Ulrich Lehner und Heinrich Hiesinger

Kürzlich bei Thyssenkrupp zurückgetreten, nachdem heftige Kritik des schwedischen Investors Cevian an der Unternehmensstruktur geäußert wurde: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger (rechts) und der Aufsichtsratschef Ulrich Lehner (links). - Bild: thyssenkrupp AG

"Wir sitzen nicht in den Aufsichtsgremien, um Ruhe zu geben, sondern im besten Sinne Aufsicht zu führen und Rat zu geben", sagte Cevian-Co-Chef Lars Förberg dem Wirtschaftsmagazin "Capital". Der Investor, der derzeit mit einem Anteil von 18 Prozent größter Aktionär hinter der Krupp-Stiftung ist, werde dabei den Vorstand bei seiner Strategie unterstützen. "Aber sie muss jetzt auch richtig umgesetzt werden", forderte Förberg.

Rücktritte nach massiver Kritik

Zentrale Ursache für das schlechte Abschneiden des Unternehmens unter dem früheren Vorstand sei die bisherige "schwerfällige und zentralisierte" Konglomeratsstruktur des Unternehmens gewesen, sagte Förberg.

Zuvor hatte Cevian die Strategie des Essener Konzerns unter der Regie des im Sommer zurückgetretenen Vorstandsvorsitzenden Heinrich Hiesinger massiv kritisiert. Die Rückzüge von Hiesinger und anschließend auch von Aufsichtsratschef Ulrich Lehner hätten ihn jedoch "überrascht", so der Cevian-Chef.

Hiesinger-Nachfolger Guido Kerkhoff hatte Ende September einen Plan zur Aufteilung des Konzerns vorgelegt. Mit dem Umbau soll Thyssenkrupp in zwei selbstständige börsennotierte Unternehmen aufgespalten werden. Während unter dem Namen Thyssenkrupp Industrials unter anderem die Aufzüge, der Anlagenbau und die Automobilzulieferung gebündelt werden, soll das Werkstoffgeschäft mit dem Marineschiffbau und dem Stahl in der Gesellschaft Thyssenkrupp Materials zusammengefasst werden.