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Als wäre der Abgasskandal nicht schon genug: Die deutschen Automobilhersteller BMW, Daimler und VW mit den Töchtern Audi und Porsche stehen jetzt auch noch wegen Kartellvorwürfen unter Druck. - Bild: Pixabay

Deka Investment, die Fondsgesellschaft der öffentlich-rechtlichen Sparkassen, forderte "schnellstmögliche Klarheit und lückenlose Aufklärung". Die betroffenen Automobilhersteller sollten jetzt sehr schnell aufzeigen, wie man mit den Vorwürfen umgehen wolle, sagte Michael Schmidt, Mitglied der Geschäftsführung der Deka Investment, dem Handelsblatt.

Für eine Beurteilung des Sachverhalts sei es zwar noch zu früh und es sei auch wichtig, hier keine Vorverurteilung vorzunehmen, sagte der Fondsmanager. Allerdings sollten die Verantwortlichen im Management und den Aufsichtsgremien möglichst schnell zu Beratungen zusammenkommen. "Normalerweise kann man nun Sondersitzungen des Vorstands und des Aufsichtsrats erwarten. Wir als Investoren gehen davon aus, dass die Öffentlichkeit nach diesen außerordentlichen Treffen umfassend informiert wird", ergänzte Schmidt.

"Wir wollen jetzt wirklich sehr zeitnah aufgeklärt werden, was an den Vorwürfen dran ist. Schließlich haben die Kursverluste gezeigt, dass alleine schon die Vorwürfe vermögensrelevant für die Anleger sind", sagte Schmidt. Mit rund 4,3 Millionen betreuten Depots ist die Deka-Gruppe einer der größten Wertpapierdienstleister und Vermögensverwalter in Deutschland.

Das Magazin Spiegel hatte berichtet, dass Volkswagen mit seinen Töchtern Audi und Porsche, BMW und Daimler sich seit den 90er Jahren in geheimen Arbeitsgruppen über ihre Fahrzeuge abgesprochen haben sollen, unter anderem bei Dieselantrieben und insbesondere bei AdBlue-Systemen zur Abgasreinigung.

BMW erklärte am Wochenende, dass die Diskussionen mit anderen Branchenunternehmen über AdBlue-Behälter auf "den notwendigen Aufbau einer Betankungsinfrastruktur in Europa" abgezielt hätten. Die Münchener betonen zugleich, dass die von ihnen eingesetzte Technologie sich deutlich von anderen Systemen unterscheide und "Fahrzeuge der BMW Group nicht manipuliert" würden.