Nicht nur in Deutschland ist die Lkw-Nachfrage derzeit rückläufig (Bild: Iveco Deutschland).

Nicht nur in Deutschland ist die Lkw-Nachfrage derzeit rückläufig (Bild: Iveco Deutschland).

Von Gilles Castonguay, Dow Jones

TURIN (ks). Der Nutzfahrzeughersteller will bis Ende des Jahres fünf seiner Werke in Europa schließen. Betroffen wären davon rund 1.075 Mitarbeiter, sagte Vorstandsvorsitzender Alfredo Altavilla. Drei der Werke liegen in Deutschland, in Görlitz, Ulm und Weisweil. Zudem soll das Werk im französischen Chambery sowie im österreichischen Graz dichtgemacht werden.

In Deutschland würden am Standort Ulm künftig keine schweren Lkw mehr hergestellt, sagte der für Iveco Deutschland zuständige Sprecher Dow Jones Newswires. Die Fertigung würde nach Madrid verlagert, um das dortige Werk besser auszulasten. In dem Land will Iveco insgesamt 500 Mio Euro investieren. Der Standort Ulm soll allerdings zu einem Fachzentrum für Feuerwehrfahrzeuge ausgebaut werden, wie der Sprecher weiter sagte.

Für 2012 erwartet Iveco in Westeuropa einen Rückgang der Nachfrage nach schweren Lkw (mehr als 3,5 Tonnen) um 10%. Wettbewerber Daimler sieht im günstigsten Fall eine Stagnation der Nachfrage auf dem europäischen Markt. Allerdings sei je nach konjunktureller Entwicklung auch eine Kontraktion um bis zu 10% möglich.

In den ersten fünf Monaten 2012 ist der Absatz von schweren Lkw in der Region um 6,3% gesunken. Für Lateinamerika erwartet Iveco einen Einbruch um 15%. In China, wo Iveco stark vertreten ist, dürfte die Nachfrage nach leichten Nutzfahrzeugen um 5%, jene nach schweren um 30% zurückgehen.