Medienberichten zufolge wollen Hitachi und Mitsubishi Heavy ihre Infrastrukturaktiva inklusive

Medienberichten zufolge wollen Hitachi und Mitsubishi Heavy ihre Infrastrukturaktiva inklusive Kernkraftwerke Anfang 2013 zusammenführen (Bild: Hitachi).

Von Juro Osawa und Kenneth Maxwell, Dow Jones Newswires

TOKIO (Dow Jones/ks)–Allerdings ist ein solches Vorhaben derzeit offenbar noch nicht sicher. Denn kurz nachdem Hiroaki Nakanishi einen Bericht der Zeitung Nikkei über die Fusionsgespräche bestätigt und noch für Donnerstag eine Mitteilung angekündigt hatte, bestritten beide Unternehmen die Aussagen des Managers.

Weder sei eine Vereinbarung getroffen worden noch werde es eine Ankündigung geben, hieß es offiziell aus beiden Firmen. Einer mit dem Vorgang vertrauten Person zufolge standen die beiden Konzerne vor dem Dementi kurz vor einer Bekanntmachung. Japanische Medien berichteten später, dass noch an einer Vereinbarung über Sondierungsgespräche gearbeitet werde. Dazu könnte am Freitag etwas mitgeteilt werden, hieß es.

Sollten das Vorhaben gelingen, so brächte es eine Wende – es entstünde einer der größten Konzerne in diversen Schlüsselsektoren. Gemeinsam kommen die beiden Gesellschaften auf einen Umsatz von mehr als 12 Bill Yen (109 Mrd Euro), übertroffen werden sie in der Industrie damit nur noch vom Automobilkonzern Toyota. Medienberichten zufolge wollen Hitachi und Mitsubishi Heavy ihre Infrastrukturaktiva inklusive Kernkraftwerke Anfang 2013 zusammenführen.

Hitachi, Japans führender Hersteller von Elektrotechnik, steht seit geraumer Zeit unter Druck, unprofitables Geschäft zu drosseln und sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren. So schlagen Analysten den Verkauf von Randsparten vor, die vom Reiskocher bis zu Prozessoren reichen. Ebenso wie der potenzielle Partner ist Hitachi stark im Kernkraftgeschäft engagiert – und dieses sieht nach dem Fukushima-Disaster einer unsicheren Zukunft entgegen.

Mitsubishi Heavy, Japans größter Schwerindustriekonzern, ist unter anderem im Schiffbau und in der Luft- und Raumfahrt aktiv. Sie ist zudem der größte Auftragnehmer des japanischen Militärs.

Mit Blick auf die Krise und das Bröckeln der Wettbewerbsfähigkeit seien Fusionsgespräche vernünftig, stellte Mitsushige Akino, Cheffondsmanager bei Ichiyoshi Investment Management, fest. Den Anstoss für die Verhandlungen könnte auch der zuletzt sehr stark Yen gegeben haben. So hat der Anstieg des Landeswährung zum Teil zum Rückgang des Nettogewinns von Mitsubishi Heavy im ersten Quartal beigetragen. Hitachi bekam vor allem die Folgen des Erdbebens vom März zu spüren und musste in den drei Monaten per Ende Juni einen Gewinneinbruch um 97% hinnehmen.

Sollten die beiden Unternehmen die Fusionspläne tatsächlich verfolgen, so wäre es die zweite Ankündigung eines großen Zusammenschlusses in Japan in diesem Jahr. Im Februar hatten die beiden führenden Stahlhersteller Nippon Steel und Sumitomo Metal Industries mitgeteilt, sie wollten ihre Aktivitäten im kommenden Jahr zusammenlegen. Kommt die Fusion zustande, so wäre der neue Konzern die Nummer zwei am Stahlmarkt.