Von Nico Schmidt und Jörn Ebberg, Dow Jones

FRANKFURT (Dow Jones)–Bislang hatte die Jenoptik AG bei Einnahmen von 475 Mio bis 500 Mio Euro einen operativen Gewinn von 15 Mio bis 25 Mio Euro in Aussicht gestellt. Im Krisenjahr 2009 war der Umsatz um etwa ein Siebtel auf knapp 474 Mio Euro geschrumpft. Operativ verlor Jenoptik vor allem wegen des teuren Sanierungsprogramms rund 19 Mio Euro, netto stand sogar ein Minus von 33,9 Mio Euro in den Büchern.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres schnitt der Optoelektronikkonzern ergebnisseitig geringfügig besser ab als erwartet: Nach vorläufigen Berechnungen lag der Umsatz zwischen Januar und Juni bei rund 239 (Vorjahr: 231) Mio Euro und der operative Gewinn bei knapp über 10 (minus 4,6) Mio Euro. Von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten Einnahmen von 239 Mio Euro und einen Gewinn von 9,8 Mio Euro vorhergesagt.

Besonders positiv entwickelte sich im ersten Halbjahr der Auftragseingang, der ein wichtiger Indikator für die Entwicklung in den kommenden Monaten ist. Er stieg dank einiger Großaufträge aus den Bereichen Verkehrssicherheit, Medizinlaser und Verteidigung auf rund 300 (218) Mio Euro. Die endgültigen Zahlen wird der TecDAX-Konzern am Donnerstag veröffentlichen.

Marktteilnehmer rechnen damit, dass die Jenoptik-Aktie am Dienstag mit Zuwächsen in den Handel starten wird. Eine “Kursrakete” sei aber nicht zu erwarten, sagte ein Händler: “Seit Mitte Juli hat die Aktie um rund 16% zugelegt, und die Konsensschätzungen für 2010 liegen bereits nahe an den gestern veröffentlichten Prognosen.” Zwar hatte der Markt grundsätzlich mit einer Prognoseerhöhung gerechnet; dass sie aber schon mit den Halbjahreszahlen kam, hat einige Analysten überrascht.