Mit dem Rückenwind der Halbleiterindustrie und dank des erfolgreichen Sparprogramms hat der Technologiekonzern Jenoptik zum Jahresauftakt wie erwartet mehr verdient.

Von Nico Schmidt, Dow Jones

FRANKFURT (ks)–”Die Entwicklung im ersten Quartal stimmt uns für das Gesamtjahr positiv”, sagte Vorstandsvorsitzender Michael Mertin am Dienstag. Die Prognose für 2010 bestätigte der in Jena ansässige TecDAX-Konzern daher.

Vor Zinsen und Steuern verdiente die Jenoptik AG im Zeitraum zwischen Januar und März 4,0 (0,4) Mio Euro. Unter dem Strich schlug ein Gewinn von 400.000 Euro zu Buche, nachdem im Vorjahreszeitraum noch 2,7 Mio Euro Verlust angefallen war.

Der Umsatz ging leicht um 2,1% auf 115,2 Mio Euro zurück, da Jenoptik im Krisenjahr 2009 lange vom hohen Auftragsbestand zehren konnte. Die nachlaufenden, jetzt zu beobachtenden Umsatzrückgänge dürften aber bald ein Ende finden, denn die Neubestellungen legten im ersten Jahresviertel um fast ein Drittel auf 145,6 Mio Euro zu.

Mit dem Erstquartalsergebnis schnitt Jenoptik in etwa erwartungsgemäß ab. Analysten hatten Einnahmen von 118 Mio Euro, ein operatives Ergebnis von 3,7 Mio Euro und unter dem Strich eine schwarze Null erwartet.

Neben der Belebung bei der Nachfrage stützte auch das Sparprogramm die Ertragslage zum Jahresauftakt. “Das erste Quartal zeigt, dass unsere 2009 ergriffenen Maßnahmen richtig waren. Wir haben im Krisenjahr unsere Hausaufgaben gemacht und profitieren nun sowohl von effizienteren Strukturen, der langfristigen strategischen Neuausrichtung als auch von der besseren Konjunktur”, erklärte Mertin.

Mitte des Jahres hatte Jenoptik rigoros den Rotstift angesetzt und den Sparkurs im September verschärft. Das Unternehmen baute im Zuge der Restrukturierung mehr als 10% aller Arbeitsplätze ab, schloss Standorte und stellte das verlustträchtige Geschäft mit Mittelformatkameras ein.

Die Prognose für das Geschäftsjahr bestätigte der TecDAX-Konzern am Dienstag. Sollte sich der Aufwärtstrend in der Halbleiterindustrie anhalten, will Jenoptik 2010 auf Konzernebene einen Umsatz von 475 Mio bis 500 Mio Euro und ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 15 Mio bis 25 Mio Euro erwirtschaften. Auch netto sollen wieder schwarze Zahlen geschrieben werden.

Im Krisenjahr 2009 war der Umsatz um 13,6% auf 473,6 Mio Euro geschrumpft. Operativ verlor Jenoptik nicht zuletzt wegen des teuren Sanierungsprogramms rund 19 Mio Euro, netto stand ein Minus von 33,9 Mio Euro in den Büchern. Das Sparprogramm kostete den Optoelektronikkonzern im vergangenen Jahr 27,4 Mio Euro.

“Wir profitieren von einer anhaltenden Belebung der Märkte insgesamt sowie unseren Kostensenkungsmaßnahmen, die sich 2010 voll auszahlen werden”, so Jenoptik-Chef Michael Mertin mit Blick auf die Prognose. Im kommenden Jahr sollen weitere Umsatz- und Ergebnisverbesserung erreicht werden.