BMW X7

Der neue BMW X7. - Bild: BMW

Zudem schlagen weiter hohe Kosten für neue Technik und Modelle zu Buche. "Wir setzen unsere Strategie konsequent um und investieren trotz eines volatilen Umfelds umfassend in die Technologien der Zukunft", sagte Vorstandschef Harald Krüger am Mittwoch in München.

Die BMW-Stammaktie fiel nach Handelsbeginn um über 2 Prozent. Umsatzseitig habe der Autobauer seine Erwartungen übertroffen, beim operativen Ergebnis (Ebit) aber verfehlt, schrieb JPMorgan-Analyst Jose Asumendi in einer ersten Reaktion. Trotz der Gewinnwarnung im September habe der Konzern vor allem im Kerngeschäft mit Autobau enttäuscht, schrieb Commerzbank-Experte Demian Flowers.

Der Umsatz legte konzernweit zwar um 4,7 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro zu. Doch das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging um 26,8 Prozent auf 1,75 Milliarden Euro zurück, ein etwas stärkerer Rückgang als am Markt erwartet.

Das lag vor allem am wichtigsten Konzernteil, dem Autobau. BMW hatte bereits Ende Oktober die Investoren darauf vorbereitet, dass die Sparte es in diesem Jahr erstmals seit dem Finanzkrisenjahr 2009 nicht in den Zielkorridor bei der operativen Marge von 8 bis 10 Prozent schaffen wird.

Die Gründe sind vielfältig: Zwar hatte BMW die eigene Modellpalette zügig auf den neuen Abgas- und Verbrauchsstandard WLTP vorbereitet, der in der EU ab dem 1. September vorgeschrieben ist. Doch viele Konkurrenten waren weniger gut vorbereitet und warfen vor dem Stichtag Autos mit alten Prüfstandards mittels Rabatten auf den Markt. BMW wollte das nach eigenen Angaben nicht mitmachen.

China schwächelt

Zudem schwächelt der wichtigste Einzelmarkt in China seit einigen Monaten, weil die Zollstreitigkeiten zwischen den USA und China die chinesischen Autokäufer vom Kauf teurer Autos derzeit abschrecken. In China ging der Ergebnisbeitrag des chinesischen Joint Ventures BBA um ein Viertel auf 127 Millionen Euro zurück. Zusätzlich zur Marktschwäche kamen Kosten für den Produktionsanlauf eines SUV-Modells zum Tragen. BMW hatte vor einigen Wochen beschlossen, für rund 3,6 Milliarden Euro die Mehrheit an dem chinesischen Gemeinschaftsunternehmen zu übernehmen.

Obendrein legte BMW im dritten Quartal einen Betrag von 679 Millionen Euro für drohende Rückrufe und Kulanzregelungen zurück. Davon sei auch Geld für Gewährleistungen im Zusammenhang mit Abgasrückführungskühlern eingeplant, hieß es vom Konzern.

Der operative Gewinn in der Autosparte schmolz bei 930 Millionen Euro fast auf die Hälfte zusammen. Die entsprechende operative Marge sackte auf 4,4 Prozent ab. Die Kennzahl ist vor allem für Anleger am Markt wichtig, weil sie Aufschluss über die Profitabilität der mit Abstand wichtigsten und größten Sparte gibt.

Auch unter dem Strich stand bei den Münchenern ein Gewinnrückgang von 23,9 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro. Den im September gesenkten Ausblick bestätigte der Konzern, die Gründe für die gekappten Prognose dürften aber auch im Schlussquartal ihre Spuren hinterlassen.

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