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Abgasschummel in Wolfsburg: VW gab nun zu, dass auch Benziner betroffen sind - es geht bisher um 800.000 Fahrzeuge. - Bild: Mahal/pixabay

Nachdem die US-Umweltschutzbehörde EPA Volkswagen beschuldigt hat, in den USA auch bei Autos der Marken VW, Audi und Porsche mit Drei-Liter-Motor die Abgaswerte manipuliert zu haben, hat Wolfsburg nun von sich aus weitere Abgas-Probleme und Falschangaben eingeräumt.

Nach den jüngsten Konzernangaben hat VW bei der Zertifizierung einiger Fahrzeugmodelle nicht nur bei den Stickoxid (NOx)-Werten manipuliert, sondern auch zu niedrige CO2- und damit Verbrauchsangaben gemacht. Es handelt sich um rund 800.000 Autos, die mehr Treibstoff verbrauchen und größere Mengen des Treibhausgases CO2 ausstoßen als angegeben. Wie deutlich der gemessene CO2-Ausstoß über den angegebenen Werten liegt, sagte ein VW-Sprecher zunächst nicht.

Bislang hatte Volkswagen nur eine Manipulation der ausgestoßenen Stickoxid-Werte zugegeben - und ausschließlich bei  Diesel-Motoren. Auch die jüngsten Vorwürfe der EPA zielten auf einen zu hohen Stickoxid-Ausstoß.

KfZ-Steuer kommt ins Spiel

"Fest steht: Die Sicherheit der Fahrzeuge ist in keinem Fall betroffen", heißt es in der VW-Mitteilung. Doch die neue Dimension der Abgasaffäre könnte für das Unternehmen teuer werden. VW schätzt die "wirtschaftlichen Risiken" auf rund zwei Milliarden Euro.

Aber angesichts der neuen Zugeständnisse drohen dem Autobauer auch noch ganz andere Probleme: Denn in Deutschland hängt die Höhe der Kfz-Steuer mit Erstzulassungsdatum ab 1. Juli 2009 unter anderem vom CO2-Ausstoß ab - Autos mit niedrigerer CO2-Emission sind steuerlich günstiger. Es wäre also möglich, dass durch die Abgas-Manipulationen Kfz-Steuern für einige VW-Autos zu niedrig festgesetzt worden sind.

Der neue VW-Chef Matthias Müller versprach zwar erneut eine "schonungslose" Aufklärung: "Dabei machen wir vor nichts und niemandem halt. Das ist ein schmerzhafter Prozess, aber er ist für uns ohne Alternative."

Von Seiten der Politik kam aber bereits harsche Kritik am Aufklärungsprozess: "Angesichts der Dimension des Skandals und dem damit verbundenen Schaden für die gesamte deutsche Automobilbranche reicht es nicht mehr aus, Aufklärung als Show zu simulieren", sagte der Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer der Deutschen Presse-Agentur. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt müsse klare politische Regeln und Kontrollen durchsetzen, um die Auto-Branche vor sich selbst zu schützen.