Apple, Qualcomm, Halbleiter

Apple hatte den Rechtsstreit im Januar begonnen und Qualcomm zuerst in den USA und später auch in China und Großbritannien verklagt. - Bild: Edelweiss - Fotolia

Apple habe das Geschäftsmodell des Chipherstellers falsch dargestellt und internationale Regulierer dazu ermutigt, gegen das Unternehmen vorzugehen, warf Qualcomm dem Technologiekonzern vor. Die Höhe der Entschädigung, die Qualcomm von Apple für zurückgehaltene Zahlungen für in iPhones verwendete Qualcomm-Technologie fordert, wurde nicht genannt.

Apples iPhone-Geschäft würde gar nicht existieren, wenn Qualcomm nicht die dafür erforderlichen Technologien entwickelt und zu fairen Konditionen lizenziert hätte, argumentierte der Chiphersteller in einer Einreichung bei einem Bundesgericht in Südkalifornien. Laut der Investmentbank CLSA trug das Kult-Smartphone im vergangenen Geschäftsjahr drei Viertel zu Apples geschätztem Bruttogewinn von 84 Milliarden Dollar bei.

Qualcomm-Anwalt Don Rosenberg sagte, Apples Klage sei vermutlich durch die Notwendigkeit motiviert, die Kosten der iPhone-Produktion zu verringern. Qualcomms Lizenzgeschäft sei "ein nettes Ziel, dass sie verfolgen können, um diese Input-Kosten zu senken. Darum geht es wirklich", sagte er in einem Interview.

Apple wiederholte die eigene Stellungnahme vom Januar, wonach Qualcomm überhöhte Lizenzgebühren verlange und von Apples Innovationen profitiere, die mit den Patenten nichts zu tun hätten, beispielsweise hochentwickelte Displays und Kameras.

Apple hatte den Rechtsstreit im Januar begonnen und Qualcomm zuerst in den USA und später auch in China und Großbritannien verklagt. Zuvor hatten Kartellbehörden in China, Europa, Südkorea und den USA das Patentlizensierungs-Geschäft von Qualcomm unter die Lupe genommen und auch Strafzahlungen verhängt.

Sowohl für Apple als auch Qualcomm steht viel auf dem Spiel. Apple spürt zunehmenden Wettbewerbsdruck unter anderem von chinesischen Smartphoneherstellern und würde von geringeren Kosten profitieren. Die Qualcomm Inc erzielt den Großteil ihres Vorsteuergewinns mit der Lizenzierung des intellektuellen Eigentums.