Siemens-Chef Kaeser in Erklärungsnot: Der Turbinenspezialist Dresser-Rand kündigt einen

Siemens-Chef Kaeser in Erklärungsnot: Der Turbinenspezialist Dresser-Rand kündigt einen Restrukturierungsplan an, der die operativen Kosten drücken soll. Rund acht Prozent der Belegschaft sollen abgebaut werden. - Bild: Siemens

Nachdem Siemens schon seit Monaten wegen eines zu hohen Preises für die Übernahme von Dresser-Rand kritisiert wird, hat der US-Turbinenspezialist nun einen Jobbabbau angekündigt – und bringt Siemens-Chef Joe Kaeser damit erneut in Erklärungsnot.

Siemens will das Unternehmen für 7,6 Milliarden Dollar übernehmen. Nun kündigte der Turbinenspezialist einen Restrukturierungsplan an, der die operativen Kosten drücken soll. Rund acht Prozent der Belegschaft sollen abgebaut werden. Laut eigenen Angaben hat das Unternehmen derzeit rund 8100 Mitarbeiter.

“Die Übernahme von Dresser Rand wurde an der Börse von Anfang an kritisch gesehen”, kommentiert ein Börsenhändler die Meldungen. Daher werde die aktuelle Entwicklung unter Siemens-Aktionären mit Argwohn verfolgt. Mit der Zahlenvorlage hat Dresser Rand am Freitag verkündet, auf Grund der aktuellen Entwicklung bis zu 8 Prozent der Belegschaft abzubauen. “Dies unterstreicht, dass das Geschäft momentan nicht gut läuft”, so der Händler.

Dresser-Rand hat im vierten Quartal 0,60 Dollar pro Aktie verdient, Analysten hatten in einer Reuters-Umfrage 1,30 Dollar prognostiziert. Das laste ein wenig auf der Stimmung, schließlich gebe Siemens für das Unternehmen eine Menge Geld aus, sagte ein Händler.

Schon bei der Übernahme des Gas- und Öltechnikanbieters wurde von Seiten der Analysten bemängelt, dass Siemens einen hohen Preis bezahlt habe. Wenn das Geschäft nun schlechter laufe, könnte die Frage hinter der wirtschaftlichen Logik der Übernahme erneut gestellt werden, argumentiert der Händler.

Karoline Kopp/Dow Jones Newswires