Johanna Quandts

Wie aus einer von BMW am Dienstag veröffentlichten Pflichtmitteilung hervorgeht, haben die Erben die bislang von Susanne Quandt kontrollierten rund 16,7 Prozent der Stimmrechte einstweilen als sogenannte ungeteilte Erbengemeinschaft übernommen. - Bild: BMW Group

Die in der vergangenen Woche verstorbene BMW-Großaktionärin Johanna Quandt hat ihre Stimmrechte bei dem Automobilkonzern erwartungsgemäß an ihre Kinder Stefan Quandt und Susanne Klatten vererbt.

Wie aus einer von BMW am Dienstag veröffentlichten Pflichtmitteilung hervorgeht, haben die Erben die bislang von Susanne Quandt kontrollierten rund 16,7 Prozent der Stimmrechte einstweilen als sogenannte ungeteilte Erbengemeinschaft übernommen.

Sowohl Stefan Quandt als auch Susanne Klatten sind der Stimmrechtsmitteilung zufolge deshalb zunächst so viele Stimmen anzurechnen, als hätten die Erben jeweils Johanna Quandts vollständigen Stimmanteil übernommen. Zusammen mit schon früher gehaltenen Stimmrechten ergibt sich für Susanne Klatten damit ein Stimmrechtsanteil von 29,3 Prozent. Stefan Quandt kontrolliert der Rechnung zufolge nun sogar 34,19 Prozent der Anteile.

Quandt überschreitet damit die Grenze von 30 Prozent der Anteile, so dass er zur Abgabe eines Übernahmeangebots für BMW verpflichtet sein könnte. Der Sprecher der Familie Quandt, Jörg Appelhans, sagte im Gespräch mit Dow Jones Newswires aber, Stefan Quandt wolle von einer gesetzlichen Ausnahmeregelegung Gebrauch machen. Er habe dazu die Nichtanrechnung von Stimmrechten bei der Finanzaufsicht Bafin beantragt.

Der gemeinsame Stimmrechtsanteil der Familie Quandt bei BMW hat sich mit dem Tod von Johanna Quandt nicht verändert. Er liegt weiter bei rund 47 Prozent.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht