Der Kampf um die Smartphone-Weltherrschaft geht in die nächste Runde. - Bild: Samsung/Apple

Der Kampf um die Smartphone-Weltherrschaft geht in die nächste Runde. - Bild: Samsung/Apple

Zwischen den beiden größten Smartphone-Herstellern der Welt herrscht wieder ein Unentschieden: Apple hat dank der Beliebtheit seiner neuen iPhones bei den Absatzzahlen Boden gut gemacht. Samsung dagegen ist unter Druck, vor allem durch die Billigkonkurrenz aus China.

So hat Apple Samsung laut Daten von Counterpoint Technology Market Research bei den Smartphone-Verkäufen in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres hinter sich gelassen. Angaben der Hersteller lassen diesen Schluss zumindest zu: Apple hat nach eigenen Angaben 74,5 Millionen iPhones im Quartal verkauft, Samsung spricht bei sich von 71 bis 76 Millionen Stück. Strategy Analytics schätzen, dass die beiden mit 74,5 Millionen verkauften Geräten gleichauf liegen.

Samsung musste am Donnerstag einen 64-prozentigen Rückgang beim operativen Gewinn einräumen. Das lag vor allem daran, dass der Marktanteil der Südkoreaner von chinesischen Billiganbietern aufgefressen wurde. Smartphones machten nur noch 37 Prozent des Gewinns aus, während es im ersten Quartal noch 75 Prozent waren. Während die Smartphone-Abteilung nachgibt, nimmt das Geschäft mit Halbleitern Geschwindigkeit auf.

Im Jahr 2011 hatte Samsung Apple als führender Smartphone-Produzent überholt – damals dank des Erfolgs des ersten Smartphones der beliebten Galaxy-Serie. Die Galaxy-Smartphones wurden zum Gegenstand eines jahrelangen erbitterten Justizkrieges zwischen Samsung und Apple über Patente und Innovationen. Im vergangenen Jahr einigten sich die Unternehmen, den Streit außerhalb der USA beizulegen.

Vorstellung des Galaxy S6 im März

Seit dem vergangenen Jahr ist Samsungs Marktführerschaft durch junge Unternehmen wie Xiaomi in China und Micromax in Indien unter Druck. Das Galaxy S5 von Samsung, das seinen Marktstart im Frühjahr hatte, ist gefloppt – die Verkaufszahlen blieben rund 40 Prozent unter den Erwartungen, wie Eingeweihte sagen. Samsung hofft nun darauf, mit dem Nachfolgemodell seinen Führungsanspruch zu untermauern. Das Galaxy S6 soll Anfang März am Rande einer Messe in Barcelona vorgestellt werden.

Der Konkurrenzkampf von Apple wird dadurch noch dramatischer, dass mehr und mehr Menschen inzwischen Smartphones haben, so dass der Markt immer langsamer wächst. Samsung hat sich darum darauf konzentriert, billige Geräte zu verkaufen – und so Verbraucher ins Visier zu nehmen, die nie zuvor ein internetfähiges Handy besessen haben. Das schmälert aber Samsungs Profitmargen.

So hat der südkoreanische Konzern Anfang des Monats ein neues Smartphone in Indien auf den Markt gebracht, das nur 92 Dollar kostet. Das Z1 läuft mit dem Samsung-eigenen Tizen-Betriebssystem, eine Alternative zu Googles Android.

Die Billig-Strategie drückt die Profitmarge des Konzerns: In den letzten drei Monaten des Jahres lag sie bei nur 7,5 Prozent – die von Apple dagegen betrug im gleichen Zeitraum knapp 40 Prozent. Das lag auch am Erfolg des iPhone 6 und iPhone 6 Plus, die sich bei Samsung die großen Displays abgeschaut hatten.

Dow Jones Newswires/Evelyn Mahlik