China,Investoren,Übernahmen,Kauf

Chinesische Investoren kaufen sich in einem Ausmaß wie noch nie in deutsche Unternehmen ein. - BildL: Etereuti/Pixabay

Insgesamt wurden dabei acht Milliarden Euro gezahlt. Das ist ein gewaltiger Sprung: Im gesamten vergangenen Jahr kauften chinesische Unternehmen nur für 900 Millionen Euro in Deutschland ein, im Jahr 2014 waren es 1,7 Milliarden Euro. "Im ersten Halbjahr 2016 haben chinesische Investoren mehr Geld für deutsche Unternehmen ausgegeben als in den gesamten fünf Jahren zuvor; vielleicht sogar mehr als in den vergangenen zehn Jahren zusammen genommen", sagt Daniel Koller, Managing Partner von Ginkgo Tree Advisors gegenüber der WamS.

Verantwortlich für die stark gestiegene Zahl sind viele große Geschäfte der vergangenen Monate. Das wohl spektakulärste war die Übernahme des Roboterherstellers Kuka durch den chinesischen Elektrogerätehersteller Midea für vier Milliarden Euro.

Der Mischkonzern Beijing Enterprises Holding übernahm im Februar für rund 1,4 Milliarden Euro EEW Waste to Energy, einen Produzenten von Müllverbrennungsanlagen. Die LED-Sparte des Leuchtmittelherstellers Osram ging für 400 Millionen Euro an ein chinesisches Konsortium und der Staatskonzern ChemChina übernahm für 900 Millionen Euro den Münchener Maschinenbauer KraussMaffei, der auch Maschinen für die Kunststoffproduktion herstellt.

Mitverantwortlich für den gegenwärtigen Boom bei den Übernahmen ist die Niedrigzinspolitik der Notenbanken. Große Geschäfte zu finanzieren wird dadurch leichter, nicht nur für chinesische Unternehmen. Sie profitieren zusätzlich davon, dass der chinesische Staat es im vergangenen Jahr insbesondere mittelständischen Unternehmen einfacher gemacht hat, im Ausland zu investieren. Die Analysten haben für die Auswertung alle Übernahmen mit chinesischer Beteiligung untersucht. Es ist die erste Analyse dieser Art für das laufende Jahr.

Tatsächlich dürfte weit mehr Geld den Besitzer gewechselt haben, als die Zahlen belegen, denn nicht alle Geschäfte werden auch bekannt: Kleine Transaktionen, deren Volumen geringer ist als zehn Millionen Euro werden in der Regel nicht öffentlich. Eine Berichtspflicht gibt es ohnehin nur in wenigen Fällen.