Sorgt für Furore: der neue Airbus 320neo. Bild: Airbus

Sorgt für Furore: der neue Airbus 320neo. Bild: Airbus

Laut eines aktuellen Branchenreports von Deloitte wird 2011 für die deutsche Luftfahrtindustrie nach dem Produktionsrekordjahr 2010 auch wieder Spitze.
MÜNCHEN (ilk). Die Unternehmen, so der Report, profitierten von höheren Produktionsraten. Jedoch setzen die Bundeswehr-Strukturreform und knappe Verteidigungs-Budgets in der alten Welt die Anbieter militärischer Lösungen beim Absatz längerfristig unter Druck. In aufstrebenden Nationen wie Indien und Brasilien zeigen sich hingegen Perspektiven. Die Aussichten für 2011 und 2012 lassen insbesondere bei kleineren Firmen sowie Zulieferern eine verstärkte Konsolidierungsentwicklung erwarten. „Durch das verstärkte Sicherheitsbedürfnis von wirtschaftlich zunehmend potenten Ländern wie Indien, Brasilien, aber auch Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ergeben sich Exportchancen für deutsche Rüstungsunternehmen mit spezialisierten Waffensystemen“, kommentiert Michael Hessenbruch, Partner im Bereich Aerospace & Defense (A&D) bei Deloitte.  „Die veränderte Bedrohungslage für die westlichen Demokratien sowie der entstandene Sparzwang zwingen die Unternehmen der Verteidigungsindustrie zu einer flexibleren Produktpalette und Reorientierung hin zu Hightech-Produkten in den Bereichen ferngesteuerte Flugzeuge, Cyber Security, Präzisionswaffen und Energiesicherheit“. Im zivilen Bereich setzen die Hersteller auf Größe und Energieverbrauch. Boeing antwortet dabei auf den Airbus A380 mit dem 787 Dreamliner: Das Modell verspricht wie der Airbus A320neo ein Markterfolg zu werden. Beide Flugzeugtypen nutzen Hightech-Triebwerke und sorgen für einen reduzierten Treibstoffverbrauch. Konkurrenz erwächst den Etablierten vor allem aus China. So baut die chinesische COMAC mit der neuen C919 einen Wettbewerber für die Boeing 737 und den Airbus A320. Der chinesische Markt bietet enormes Potenzial: Etwa 14 % der weltweit prognostizierten Flugzeug-Neuproduktion innerhalb der nächsten zwei Jahrzehnte werden in China eingesetzt – konkret wären das 4 000 von insgesamt 30 000 Stück.