Nach dem Triebwerksschaden an einem A380 in der vergangenen Woche in Singapur ist es bislang zu keinen Stornierungen von A380-Bestellungen gekommen.


Von Beate Preuschoff, Dow Jones

BERLIN (ks)–”Wir haben keinerlei Abbestellungen bekommen, es gibt keinerlei Diskussionen über Stornierungen”, sagte Airbus-CEO Thomas Enders am Mittwoch in Berlin nach dem “Branchendialog Luftfahrt” mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle.

Enders sagte, es handele sich um einen gravierenden Vorfall. RollsRoyce arbeite gegenwärtig intensivst an der Ursachenforschung, um möglichst rasch Abhilfe zu schaffen. “Von Seiten von Airbus unterstützen wir das natürlich und unterstützen die Airlines”, sagte Enders. “Wir werden den (betroffenen) Fluggesellschaften mit Triebwerken helfen, die wir zur Verfügung haben.”

Er habe “jedes Vertrauen in die Firma Rolls Royce, dass sie in kurzer Zeit in der Lage ist zu analysieren, was passiert ist”, sagte der Manager weiter. Er vertraue zudem darauf, dass Rolls Royce dann entsprechende Maßnahmen in der Produktion dieser Triebwerke ergreife, damit es zu solchen Vorfällen nicht mehr komme. “Ich bin zuversichtlich, dass die Krise relativ rasch beendet wird”, sagte Enders.

Über die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Airbus wolle er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht spekulieren. Die wirtschaftlichen Folgen beträfen zunächst vor allem die Kunden, also die Airlines, die die Flugausfälle zu verkraften hätten. Es werde natürlich versucht, wenn es mit den strengen Sicherheitskriterien in Einklang zu bringen sei, die Flotte in der Luft zu halten. “Es gibt keinen Grund an der Sicherheit des Flugzeuges A380 als solches zu zweifeln”, sagte der Airbus-CEO.

Für das Image sei dieser Vorfall “natürlich nicht gut”. Allerdings sei bislang das Image des A380 hervorragend. Die Besetzung der Flugzeuge sei extrem gut. Die Fluglinien verdienten mit dem Flugzeug viel Geld. “Deswegen sind sie (die Airlines) wie auch wir natürlich daran interessiert, dass der Fehler rasch behoben wird”, sagte der Airbus-CEO.

Vor ein paar Tagen habe eine japanische Fluggesellschaft als erste japanische Airline bekundet, dass sie den A380 kaufen wolle. Das sei nach dem Triebwerksvorfall gewesen, was Enders als erfreuliches Zeichen wertete.

Am vergangenen Donnerstag hatte ein A380 der australischen Airline Qantas in Singapur notlanden müssen. Eines der vier Triebwerke war kurz nach dem Start explodiert. Airbus und der Triebwerkhersteller Rolls-Royce suchen seither nach der Ursache.