Norbert Müller, Ex-Rittal-Geschäftsführer, heute Advacon: Mitarbeiter müssen durch Vertrauen der

Norbert Müller, Ex-Rittal-Geschäftsführer, heute Advacon: Mitarbeiter müssen durch Vertrauen der Führungskräfte motiviert werden, immer Neues zu wagen. - Bild: Advacon

Bereits 2008 war ich eingeladen, in der Millionenstadt Wuhan auf dem chinesischen Entrepreneurship-Kongress vor mehreren Hundert meist jüngeren Unternehmensgründern zum Thema Innovationsmanagement zu sprechen. Dort wurde mir sehr deutlich gesagt, dass man nur ein Ziel habe: die Fähigkeit, das Innovationsmanagement zu kapieren und Innovationen nicht länger zu kopieren!

Nun, es gibt sie noch immer, die Kopien – und dies auch noch in größerer Zahl. Aber auch das andere gilt: Die damals bekundete Zielsetzung wird in Ergebnissen sichtbar und zunehmend auch spürbar. Im Maschinenbau, in der Automobilindustrie, in der Elektrotechnik, eigentlich überall!

Müssen wir das fürchten? Nein, nach meiner Kenntnis müssen wir das nicht, wenn wir die richtigen Stärken in unseren Unternehmen konsequent weiterentwickeln. Was meine ich damit? Ich meine eine Unternehmenskultur, die innovatives Denken und Handeln am Arbeitsplatz fördert und fordert. Ich meine eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter durch Interesse und Vertrauen der Führungskräfte dazu motiviert (besser noch: dafür begeistert) werden, Gutes in Frage zu stellen und immer wieder Grenzen zu durchbrechen und Neues zu wagen.

Dies gelingt in einer von gegenseitiger Wertschätzung und leidenschaftlichem Siegeswillen geprägten Unternehmenskultur nach wie vor wesentlich besser als in einer deutlich stärker autoritär geprägten Wirtschaftsstruktur! Überfällig ist deshalb der Check-up unserer Unternehmenskulturen. Wecken sie Lust auf Neues oder bremsen sie die Kreativen aus?

Der Schlüsselbegriff lautet immer wieder: Freiheit…
… Freiheit für Kreativität
… Freiheit in den Rahmenbedingungen

Ein weiteres Schlüsselelement betrifft die völlige Veränderung der unternehmensinternen Innovationsprozesse: Interdisziplinäre und interfunktionelle Gruppen erweisen sich hier deutlich wirksamer als die Reduktion des Innovationsmanagements auf die klassischen Bereiche Produktmanagement und Forschung & Entwicklung. Es ist immer wieder faszinierend, solche interdisziplinären Teams zu erleben. Teams, die sich aus Mitarbeitern zusammensetzen, die ihre Leidenschaft vereint, das Besondere zu entdecken und zu verwirklichen. Teams, die dabei ihre Neugierde ausreizen, um herauszufinden, was noch geht.

Während meines Besuches auf der Hannover Messe war es erneut spannend zu erleben, wie sich eine ganze Standmannschaft von dem Feuerwerk der Innovationen entzünden lässt und die Kundengespräche mit ansteckender Begeisterung führt. Ganz besonders die Branchen der Automatisierung und Robotik haben das eindrucksvoll demonstriert.

Wenn also China das Ziel proklamiert, Innovationsmacht zu werden, muss uns das weder angst noch bange machen. Wichtig ist, dass wir die mentalen Vorsprünge sichern: Freiräume für Menschen und Teams in den Unternehmen mit Lust und Laune auf Neues mit Mut zum Experiment und mit Neugierde, das Besondere zu entdecken. Da, wo es gelingt, solche Leidenschaften zu wecken und zu fördern, wird man sich über den Mangel an Ideen und Innovationen nicht beklagen können.

Norbert Müller

Das Gipfeltreffen der Innovationsführer im Maschinenbau
Wir bieten Ihnen mit dem Kongress Innovations-Forum Deutsche Industrie 2015 am 3./4.11. eine Plattform, auf der Sie sich mit den Besten der Besten austauschen können. Werden Sie Marktführer – in Deutschland, Europa, der Welt! Jetzt Programm anschauen und Frühbucherpreis sichern. Hier geht es zur Anmeldung!