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Die Prognose für 2017 hob die KfW auf 2,6 (zuvor: 2,3) Prozent an. "Damit befindet sich die deutsche Wirtschaft in einem Aufschwung, der ins neunte Jahr geht", sagte Zeuner. - Bild: Pixabay

Er begründete seinen Optimismus bei der Vorstellung der Jahresprognose für 2018 unter anderem mit der starken Entwicklung von Arbeitsmarkt und Binnennachfrage sowie der Erholung der Exporte. Zudem erwartet Zeuner, dass die Investitionen nach der langen, krisenbedingten Pause wieder stärker anspringen werden. "Jetzt kommen wir in eine Phase, wo die Weltwirtschaft wieder wächst und wo sich Ersatzbedarf deutlicher zeigt", sagte Zeuner.

Zeuner sieht nach eigenen Worten "noch nicht die ganz großen Risiken einer Überhitzung. Wir gehen davon aus, dass dieses Wachstum weitgehend inflationsfrei stattfinden wird", sagte er. Das liegt auch daran, dass Zeuner die deutsche Potenzialrate etwas höher verortet als die angenommenen 1,5 Prozent. "Wir sind dabei, das neu zu berechnen, sie dürfte höher sein", sagte er.

Einen wichtigen Grund der guten deutschen Konjunktur sieht Zeuner in der Mobilität der Arbeitskräfte innerhalb der EU. "Seit 2016 ist die Hälfte aller offenen Stellen mit Ausländern besetzt worden", sagte er. Die KfW erwartet eine zunehmend positiven Beitrag des Arbeitsvolumens zum Wachstum bis 2020. "Spätestens dann wird der Beitrag geringer und danach innerhalb weniger Jahre bei moderater Zuwanderung negativ", sagte Zeuner.

Will Deutschland seine längerfristigen Wachstumschancen wahren, führt angesichts der unterstellten Bevölkerungsdynamik kein Weg an höheren Investitionen vorbei. In den Projektionen der KfW spielt der Kapitalstock eine maßgebliche, wenn auch abnehmende Rolle. Wichtiger wird dagegen die totale Faktorproduktivität, die in einem engen Zusammenhang mit der Qualifikation der Arbeitskärfte steht.