Kion

Die Kion Group, die in erster Linie Gabelstapler unter anderem der Marke Linde herstellt, drängt immer stärker in den Bereich automatischer Systeme. - Bild: Kion

Für Dematic, deren Unternehmenswert Kion auf 3,25 Milliarden US-Dollar beziffert, legt der MDAX-Konzern abzüglich bestimmter Verbindlichkeiten rund 2,1 Milliarden Dollar auf den Tisch.

Die Kion Group, die in erster Linie Gabelstapler unter anderem der Marke Linde herstellt, drängt immer stärker in den Bereich automatischer Systeme. So wurden in den vergangenen zwölf Monaten etwa Egemin Automation und Retrotech übernommen, bei denen der Unternehmenswert jeweils im zweistelligen Millionenbereich lag.

Die Übernahme von Dematic ist ungleich größer. Das US-Unternehmen, das etwa fahrerlose Transportsysteme, automatisierte Lager- und Fördersysteme sowie dazu passende Dienstleistungen und Software anbietet, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 1,8 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 166 Millionen Dollar.

Inklusive Dematic kommt Kion damit bezogen auf das vergangene Jahr auf einen Umsatz von mehr als 6,7 Milliarden Euro und eine bereinigten EBIT-Marge von 9,4 Prozent. Kion hatte für 2015 einen Umsatz von 5,1 Milliarden Euro und eine bereinigte EBIT-Marge von 9,5 Prozent gemeldet. Die Mitarbeiterzahl steigt durch die Übernahme von rund 23.500 auf knapp 30.000.

Kapitalerhöhung von bis zu 10 Prozent

Nach Aussage von Kion ergänzen sich die beiden Unternehmen durch ihre jeweilige Marktposition und regionale Präsenz. Zudem hofft der Konzern auf Kostensynergien, die er aber bislang nicht beziffert, sowie auf weiteres Umsatzpotenzial aus dem Dienstleistungsgeschäft und der Nachrüstung von Systemen.

Am Aktienmarkt war die erste Reaktion positiv: "Das passt zusammen und ist strategisch sinnvoll", sagte ein Händler. Kion entwickele sich damit weiter vom Gabelstaplerhersteller zum kompletten Materialflusslogistiker für Fabriken und Lagerbetriebe. Gleichwohl erwartet er leichten Druck auf die Aktie. Den Preis könne er noch nicht einschätzen.

Finanziert wird die Übernahme zunächst durch einen zugesagten Brückenkredit über 3 Milliarden Euro. Dauerhaft soll die Akquisition durch Eigenkapital, langfristige Schuldtitel und Bankenkredite refinanziert werden. Zudem wird es unter Ausnutzung des gegenwärtig genehmigten Kapitals eine Kapitalerhöhung durch die Ausgabe von bis zu 10 Prozent neuer Aktien geben. Der chinesische Ankeraktionär Weichai unterstützt die Maßnahme.

Die Transaktion soll im 4. Quartal diesen Jahres abgeschlossen werden. Verkäufer sind Fonds, die von AEA Investors und dem Ontario Teachers' Pension Plan verwaltet werden. Dematic soll mit Egemin und Retrotech eine fünfte operative Einheit im Konzern bilden, die von Dematic-CEO Ulf Henriksson geleitet wird.