Der Stahlhändler Klöckner & Co (KlöCo) hat anlässlich seiner Hauptversammlung das Ziel eines profitablen Wachstums für 2010 bekräftigt. Zugleich wiederholte der Vorstandsvorsitzende Gisbert Rühl am Mittwoch vor den versammelten Anteilseignern seine Skepsis hinsichtlich der Entwicklung der Stahlnachfrage in der zweiten Jahreshälfte.

DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Laut Rühl fallen Stahlproduktion und -bedarf auseinander. Das Hochfahren der Kapazitäten durch die Hersteller werde für Preisdruck sorgen, prognostizierte der Vorstandsvorsitzende der Duisburger Klöckner & Co SE laut Redemanuskript. Ähnliche Aussagen hatte Rühl bereits am Vortag in einem Zeitungsinterview getroffen.

Für Langprodukte sei der Preisdruck schon jetzt abzusehen, bei Flachstahl erwarte er niedrigere Preise im dritten Quartal, konkretisierte Rühl. Der Manager geht aber nicht von einem regelrechten Einbruch der Preise aus. Der Verfall werde sich wegen der hohen Rohstoffkosten und der niedrigen Lagerbestände in Grenzen halten, sagte Rühl.

Letztere befinden sich laut Rühl in Europa und in Nordamerika auf sehr niedrigem Niveau. Ein kurzfristig massiver Lageraufbau durch die Kunden sei nicht zu erwarten, aber er rechne mit einer zunehmenden Normalisierung im Jahresverlauf. Die eigenen Lagerbestände reduziert KlöCo derzeit in Anbetracht der erwarteten Preisentwicklung.