Bei Thyssenkrupp kehrt auch nach der Stahlfusion mit Tata keine Ruhe ein.

Bei Thyssenkrupp kehrt auch nach der Stahlfusion mit Tata keine Ruhe ein. - Bild: Thyssenkrupp

Der voraussichtliche Abgang von Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger alarmiert die Arbeitnehmer. Konzernbetriebsratschef Wilhelm Segerath warnte vor einer Zerschlagung und einem Ausverkauf des Industriekonzerns. Er sehe die Gefahr, dass der Rest des Mischkonzerns von Finanzinvestoren zerschlagen werde, sagte Segerath der Deutschen Presse-Agentur. Der IG-Metall-Vertreter gehört dem Aufsichtsrat von Thyssenkrupp an, der an diesem Freitag über die Bitte Hiesingers über Auflösung seines Mandats als Vorstandschef entscheiden will.

Die IG Metall bedauerte den angekündigten Rücktritt von Hiesinger. "Auch wenn wir in der Sache oft unterschiedlicher Meinung waren - Herr Hiesinger ist ein integrer Mensch", sagte Detlef Wetzel, früherer IG-Metall-Chef und stellvertretender Aufsichtsratschef von Thyssenkrupp Steel, der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Freitag). Er bedauere, dass Hiesinger den Konzern verlassen wolle.

IG Metall und Hiesinger hatten lange um die Ausgliederung der Stahlsparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem indischen Tata-Konzern gerungen. Nachdem Hiesinger die Fusion nach zweijährigen Verhandlungen Ende vergangener Woche mit Tata besiegelt hatte, kündigte er am Donnerstagabend überraschend seinen Rückzug an.

Hiesinger bat den Aufsichtsrat um Gespräche, "die zur einvernehmlichen Auflösung seines Mandats als Vorsitzender des Vorstands der Thyssenkrupp AG führen sollen", wie der Dax-Konzern in Essen mitteilte. Hiesinger erklärte, er "gehe diesen Schritt bewusst, um eine grundsätzliche Diskussion im Aufsichtsrat über die Zukunft von Thyssenkrupp zu ermöglichen".

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Hiesinger war im Zuge der Fusion der Stahlsparte mit dem Konkurrenten Tata zuletzt immer wieder unter Druck geraten, weil Anteilseigner wie der US-Hedgefonds Elliott oder Cevian Capital aus Schweden mehr Tempo bei dem seit langem angekündigten Umbau des Ruhrkonzerns gefordert hatten. Einzelne Investoren wie der als aktivistisch geltende US-Investor Paul Singer und sein Hedgefonds Elliott hatten den Thyssenkrupp-Chef scharf attackiert.

Für Hiesinger, der seit sieben Jahren an der Spitze von Thyssenkrupp steht, war die Vereinbarung mit Tata ein lang erwarteter Befreiungsschlag. Die Stahlfusion soll den Weg für einen Konzernumbau ebnen. Die Strategie dafür soll bis Mitte Juli vorgelegt werden.

Die beiden Konkurrenten schließen sich vor dem Hintergrund von weltweiten Überkapazitäten beim Stahl zusammen und gründen den zweitgrößten Stahlkonzern Europas. Thyssenkrupp und Tata sollen zunächst mit je 50 Prozent an dem fusionierten Stahlkonzern mit etwa 17 Milliarden Euro Umsatz und rund 48 000 Beschäftigten beteiligt sein. Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Thyssenkrupp Tata Steel B.V. soll seinen Sitz in den Niederlanden haben.

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    Alles beginnt am Anfang. Wir schreiben das Jahr 1811, genauer den 20. November, als Friedrich Krupp mit zwei Teilhabern eine Gussstahlfabrik in Essen gründet. Bereits fünf Jahre später gelingt bereits die Herstellung von hochwertigem Gussstahl (Tiegelstahl) in größeren Mengen. Nach dem Tod des Gründers übernehmen Witwe und Sohn das Unternehmen. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp

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    Über die Jahre entwickelt sich Krupp weiter. Der Prozess vom Walzrohling zur kompletten Walzmaschine lohnt sich für das Unternehmen. Die gefertigten Produkte belegen die hohe Qualität und Belastbarkeit des Tiegelstahls, weshalb dieser bald auch seinen Weg in Achsen, Federn und Reifen der Eisenbahn findet. Letztere findet man ab 1875 auch im Firmenzeichen. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp

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    Während Krupp sich bereits zu einem großen Konzern entwickelt, beginnt dieser Prozess für ein anderes Unternehmen gerade erst. August Thyssen gründet am 1. April 1871 mit seinem Vater die Firma Thyssen & Co. in Styrum (Mülheim an der Ruhr). Das Unternehmen betreibt zu Beginn nur ein Stahl- und Bandeisenwalzwerk und wird dann systematisch erweitert. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp

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    1883 kauft August Thyssen die ersten Kuxe an der Zeche Gewerkschaft Deutscher Kaiser. Acht Jahre später wird er, durch Kauf aller Anteilsscheine, gemeinsam mit seinem Bruder zum Eigentümer der Steinkohlezeche und beginnt mit dem Ausbau zum Hüttenwerk mit eigener Kohlenbasis. 1895 wird die Gewerkschaft Deutscher Kaiser zum integrierten Hüttenwerk ausgebaut. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp

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    Krupp expandiert indessen ebenfalls. So erfolgen beispielsweise der Kauf des Grusonwerks in Magdeburg, der Schiff- und Maschinenbau AG Germania in Kiel und der Erwerb der Zeche Hannibal bei Bochum. Außerdem wird 1896 in Rheinhausen das später Friedrich-Alfred-Hütte genannte Hüttenwerk gegründet, welches schnell eine beachtliche Größe erreicht. 1903 wird Krupp in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, die Familie Krupp bleibt an der Unternehmensspitze. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp

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    Auch Thyssen durchlebt ereignisreiche Zeiten. Der Konzern baut eine eigene Handels- und Schifffahrtorganisation. Niederlassungen auf der ganzen Welt werden gegründet und neue Stahlwerke gebaut. 1913 nimmt Thyssen, nur übertroffen von Krupp, eine Führungsposition in der westdeutschen Eisen- und Stahlindustrie ein. Mit dem Ersten Weltkrieg erfolgt bei der Gewerkschaft Deutscher Kaiser die Produktion von Rüstungsgütern, aber auch Krupp muss staatliche Aufträge erfüllen und wird zum Waffenlieferant. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp

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    Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges stellt Krupp auf eine Friedensproduktion ohne Rüstungsgüter um. Dies führt zu einer schweren Krise die beinahe das Ende für das Unternehmen bedeutet, doch es gelingt dies zu verhindern. Schon ab 1933 sorgen Nationalsozialisten erneut für eine Aufnahme der Waffenproduktion. Krupp spielt auch während des Zweiten Weltkrieges eine große Rolle, was dazu führt, dass das Unternehmen später Alliierter Kontrolle unterstellt wird. Erst ab 1953 ist die Führung des Konzerns wieder Krupp-Angelegenheit. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp

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    Thyssen benennt 1919 die Gewerkschaft Deutscher Kaiser in August Thyssen-Hütte, Gewerkschaft um. 10 Jahre danach bringt der Konzern wesentliche Teile in die Vereinigten Stahlwerke ein. Im Dritten Reich entsteht daraus die August Thyssen-Hütte als rechtlich selbstständige Betriebsgesellschaft. Fritz Thyssens bricht später mit dem NS-Regime und wird verhaftet. Bombenangriffe sorgen dafür, dass die Thyssenhütte 1945 nicht mehr produzieren kann. Eine geplante Demontage kann 1949 verhindert werden. Es erfolgt eine Neugründung außerhalb der Vereinigten Stahlwerke. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp

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    1967 verzichtet der Erbe der Krupp-Familie auf sein Vermögen, welches somit auf die neu gegründete Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung als alleinige Gesellschafterin übergeht. Krupp beginnt wieder zu expandieren und die Stahlbasis auszubauen. Um die 80er und 90er Jahre erfolgt bei dem Konzern eine weitreichende Reorganisation. Im Jahr 1992 erfolgt die Fusion mit Hoesch, einem Unternehmen, welches in sehr ähnliche Geschäftsbereiche tätig ist. Eine Neueinteilung der Geschäftsfelder führt zu einer völlig neuen Struktur innerhalb des Konzerns. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp

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    Die horizontale und später auch vertikale Diversifikation sowie die Angliederung einer Handelsorganisation sorgen dafür, dass das Unternehmen Thyssen wieder wächst. 1973 erwirbt der Konzern das Unternehmen Rheinstahl und schafft so unter anderem neue Erzeugungs- und Verarbeitungskapazitäten von Eisen, Stahl und Edelstahl. Nachdem ein geplanter Zusammenschluss mit Krupp im Stahlbereich 1983 nicht stattfindet erfolgen anderweitige Strukturänderungen. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp

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    Im März 1997 wird bekannt, dass Hoesch-Krupp versucht den Thyssen Konzern durch den Kauf von Aktien mehrheitlich zu erwerben. Schlussendlich wird die Übernahme nicht durchgeführt, doch beide Unternehmen führen nun intensive Gespräche über das industrielle Konzept einer gemeinsamen Flachstahlgesellschaft. Der Startschuss für Thyssen Krupp Stahl fällt am 1. September 1997. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp

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    Weitere Gespräche über mögliche Zusammenarbeiten folgen und enden mit einem Gesamtzusammenschluss. Am 17. März 1999 wird Thyssenkrupp ins Handelsregister eingetragen. Der neu entstandene Konzern wird in 23 Geschäftsbereiche gebündelt, die fünf Unternehmensbereiche bilden: Steel, Automotive, Industries, Engineering und Materials & Services. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp

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    Bis zum Jahr 2007 läuft es für Thyssenkrupp sehr gut, doch die Weltwirtschaftskrise trifft das Unternehmen schwer. Dennoch schafft es der Konzern auch in diesen Zeiten zu bestehen. Seit 2015 tritt Thyssenkrupp unter einer neuen einheitlichen Dachmarke auf der ganzen Welt auf. Das Unternehmen unterteilt seine Geschäftsaktivitäten in sechs Business Areas: Components Technology, Elevator Technology, Industrial Solutions, Materials Services, Steel Europe und Steel Americas. - Quelle und Bild: Thyssenkrupp