Knorr-Bremse Haldex

Knorr-Bremse zieht das Angebot an die Haldex-Aktionäre zurück und gibt die Absicht auf, beide Unternehmen zusammenzuführen. - Bild: Haldex

Nachdem die Deutschen Anfang September damit gescheitert waren, bei der schwedischen Börsenaufsicht die Andienungsfrist für das Übernahmeangebot zu verlängern, zieht sich Knorr-Bremse nun endgültig zurück, wie der Konzern mitteilte. Auch die Bemühungen um eine Kartellfreigabe der Transaktion würden eingestellt.

Für den Abschluss des Kartellfreigabeverfahrens seien die Unterstützung und die Kooperation des Haldex Verwaltungsrats eine wichtige Voraussetzung. Das Gremium hatte jedoch seine anfängliche Unterstützung der Transaktion zurückgezogen und sei auch nicht auf weitere Gesprächsangebote eingegangen, beklagte Knorr-Bremse nun. Der Haldex Verwaltungsrat habe sich damit gegen den Mehrheitsbeschluss der Haldex-Hauptversammlung gestellt, die entschieden hatte, dass Haldex mit Knorr-Bremse im Kartellfreigabeverfahren kooperieren und Knorr-Bremse unterstützen soll. Ohne die Unterstützung von Haldex könne die Kartellfreigabe aber nicht erzielt werden.

"Wir sind überzeugt, dass der geplante Zusammenschluss von Haldex und Knorr-Bremse im besten Sinne beider Unternehmen und der Aktionäre von Haldex gewesen wäre. Unser Ansatz war stets eine freundliche Übernahme. All unsere Bemühungen, auf Haldex zuzugehen, wurden zurückgewiesen und der Verwaltungsrat blockiert alle Wege, um gemeinsam voranzugehen und eine neue, treibende Kraft im Nutzfahrzeugsektor zu werden", sagte der Chef von Knorr-Bremse, Klaus Deller. Das Unternehmen werde nun "andere Alternativen" verfolgen. Mit der bestehenden Beteiligung an Haldex wollen die Deutschen "als verantwortungsbewusster Aktionär auftreten".

Knorr-Bremse hatte sich mit einem 550 Millionen Euro schweren Angebot um den Kauf des Wettbewerbers bemüht. Der Haldex-Verwaltungsrat war jedoch der Ansicht, dass die EU-Wettbewerbshüter eine Übernahme durch Knorr-Bremse untersagen würden. Er hatte deshalb seine Unterstützung der Transaktion zurückgezogen. Knorr-Bremse ist früheren Angaben zufolge noch mit 14,9 Prozent an Haldex beteiligt.