Heinz Hermann Thiele Knorr-Bremse

Heinz Hermann Thiele: "Die Möglichkeit eines Börsenganges wird vorrangig geprüft, wir befassen uns sehr intensiv mit dem Thema." - Bild: Knorr-Bremse

Das sagte Eigentümer Heinz Hermann Thiele dem Handelsblatt. "Die Möglichkeit eines Börsenganges wird vorrangig geprüft, wir befassen uns sehr intensiv mit dem Thema."

Die Entscheidung will Thiele in den kommenden Monaten treffen, der Gang auf das Parkett wäre dann schon im kommenden Jahr möglich. Der Börsengang sei eine favorisierte Lösung, aber noch nicht entschieden. "Die Mehrheit soll aber bei der Familie bleiben", stellt Thiele klar. Welche anderen Optionen noch geprüft werden, ließ der 76-jährige Unternehmer offen.

Weichen für die Zukunft stellen

Schon länger bewegt Thiele die Frage, wie er den Weltmarktführer für Zug- und Lkw-Bremsen in die Zukunft führen kann. Der jetzt von ihm favorisierte Börsengang wäre eine große Zäsur für Thiele und Knorr-Bremse. Das Unternehmen beschäftigt fast 25.000 Mitarbeiter und setzte 2016 rund 5,5 Milliarden Euro um.

Thieles Sohn Henrik hat das Unternehmen 2015 überraschend verlassen und sich jüngst auch aus der Familienholding zurückgezogen. Gleichzeitig steht der Markt für Lkw- und Zugbremsen vor der Konsolidierung. Mit den Mitteln eines Börsenganges könnte Thiele weiter die Rolle des Angreifers in der Branche spielen. Am Dienstag scheiterte Knorr-Bremse jedoch mit dem Versuch, den schwedischen Konkurrenten Haldex zu übernehmen.

Investmentbanker schätzen, dass Thiele 4 Milliarden Euro einnehmen könnte, ohne die Kontrollmehrheit bei Knorr abgeben zu müssen. Thiele ist über mehrere Investmentgesellschaften gemeinsam mit seiner Tochter Julia Alleineigentümer der Knorr-Bremse AG. Im Unternehmen bekleidet er offiziell nur noch den Posten des Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrates. Zugleich ist er mit 44 Prozent Großaktionär des Bahntechnikkonzerns Vossloh.