Knorr-Bremse

Im Übernahmekampf um den Nutzfahrzeuglieferanten Haldex erhebt der Bieter Knorr-Bremse schwere Vorwürfe gegen das Management der Schweden: Es handle nicht im Interesse der Aktionäre, sondern führe die Anleger in die Irre. - Bild: Knorr-Bremse

Es handle nicht im Interesse der Aktionäre, sondern führe die Anleger in die Irre, so der Konzern aus München in einer Stellungnahme.

Haldex hatte von Anfang an das Konkurrenzangebot von ZF Friedrichshafen unterstützt, obwohl dies niedriger ist als das von Knorr-Bremse.

Am Mittwoch hatte sich der Chef des schwedischen Konzerns selbst eingeschaltet. Im Gespräch mit Dow Jones Newswires auf der IAA Nutzfahrzeuge in Hannover bekräftigte Bo Annvik die Empfehlung an die Anteilseigner, das Angebot von ZF anzunehmen.

Irreführende Äußerungen und fragwürdige Behauptungen

"Es ist offensichtlich, dass Board und Management von Haldex sehr offensiv für die von ihnen bevorzugte Seite Partei ergreifen und alles tun, um die Aktionäre davon zu überzeugen, das niedrigere Angebot schnell zu akzeptieren", äußerte sich nun Knorr-Bremse in einer Email. "Dabei versucht Haldex, das höhere Angebot von Knorr-Bremse mit irreführenden Äußerungen und fragwürdigen Behauptungen zu diskreditieren. Das Unternehmen überschreitet dabei eindeutig die Grenzen dessen, was in solchen Situationen üblich und geboten ist".

Denn Haldex ignoriere wesentliche Aspekte der Offerte und sei nicht gesprächsbereit. "Ob dies im Interesse aller Aktionäre liegt, wagen wir zu bezweifeln", so der Vorwurf des Bremsen-Herstellers.

Das Haldex-Management empfiehlt den Aktionären unter anderem deswegen das ZF-Angebot, weil es eine "schnelle und zuverlässige Transaktion" sei. Auch weil ZF bereits alle kartellrechtlichen Genehmigungen vorliegen. ZF und Haldex hätten keinerlei Überschneidungen im Produktportfolio und auch rein strategisch mache der ZF-Deal mehr Sinn.

Bei einem Deal mit Knorr-Bremse, einem laut Annvik Hauptkonkurrenten von Haldex, geht der Konzernchef davon aus, dass die Kartellbehörden den Verkauf von Unternehmensteilen von Knorr-Bremse oder Haldex verlangen. Allein deswegen dürfte die Übernahme länger dauern als bei ZF.

Der Bremsen-Hersteller und ZF Friedrichshafen hatten sich zuletzt einen Schlagabtausch geliefert. ZF Friedrichshafen bietet den Haldex-Aktionären 120 schwedische Kronen in bar pro Anteilsschein. ZF Friedrichshafen hält bereits 21,24 Prozent an Haldex. Am Freitagmorgen hatte Knorr-Bremse die eigene Offerte auf 125 Kronen je Aktie angehoben. Knorr-Bremse hält nach letztem Stand 11,35 Prozent der Haldex-Aktien.