FRANKFURT (Dow Jones/ks)–Das Unternehmen aus Würzburg wies am Montag vor Steuern einen Gewinn von 15,3 Mio Euro aus, das sind gut die Hälfte mehr als vor einem Jahr. Zugleich stieg der Umsatz um 5,1% auf 298,9 Mio Euro. Nach neun Monaten ergab sich ein Umsatz von 772,1 Mio Euro und ein Vorsteuerergebnis von -6,7 (Vorjahr: -37,8) Mio Euro.
Für das Gesamtjahr bestätigte Koenig & Bauer die Prognose von mehr als 1,1 Mrd Euro Umsatz und einer Verbesserung des Vorsteuergewinns, der im vergangenen Jahr bei 2,7 Mio Euro lag. Der Konzern habe gute Chancen, die im Frühjahr gegebene Prognose zu erreichen “und eventuell auch zu übertreffen”, heißt es im Geschäftsbericht. Über eine Dividende könne man nachdenken, wenn sich die aktuell positive Ertragsentwicklung als “beständig” erweise.
Zu 2011 wollte sich Koenig & Bauer noch nicht detailliert äußern. Allerdings legten die Auftragseingänge so deutlich zu, dass mit einer positiven Entwicklung gerechnet werden kann. Mit 1 Mrd Euro liegen die Neuaufträge nach neun Monaten um fast die Hälfte über dem Eingang des Vorjahreszeitraums. Nach Darstellung des Unternehmens ist das mehr als im Branchendurchschnitt. Besonders stark erhöhte sich die Nachfrage nach Rollen- und Sondermaschinen. Hier wuchs das Ordervolumen um 73,6%. Bei Bogenoffsetmaschinen betrug der Zuwachs 24,3%.
Der Umsatz des SDAX-Unternehmens verlagert sich zunehmend in Schwellenländer: 27% wurden in den ersten neun Monaten im asiatisch-pazifischen Raum gemacht, 21% in Afrika und Lateinamerika. Europa und Nordamerika kommen zusammen auf 40% Umsatzanteil. Angesichts von Medienwandel und strukturellen Veränderungen in der Druckbranche bleibe das Marktvolumen weiter deutlich unter dem Niveau vor der Krise. Koenig & Bauer will deshalb ein zusätzliches Geschäftsfeld erschließen, das profitabel ist und Wachstum verspricht.
“Leider dauert dies deutlich länger als von mir ursprünglich erwartet und prognostiziert”, räumte Vorstandsvorsitzender Helge Hansen am Montag ein: “Nicht alles, was sich zunächst als interessant, aussichtsreich und relativ schnell realisierbar darstellt, hält am Ende einer intensiveren Prüfung stand.”
Im vergangenen Jahr, dem wohl schwierigsten der Branche, war der Umsatz von Koenig & Bauer um mehr als 30% auf 1,05 Mrd Euro eingebrochen. Noch knapp gelang dem Unternehmen ein Gewinn. Damit schnitt das fränkische Unternehmen allerdings deutlich besser ab als die deutschen Wettbewerber: Weltmarktführer Heidelberger Druckmaschinen und manroland hatten herbe Verluste zu verzeichnen. Zu den Konkurrenten von Koenig & Bauer gehören ferner die japanische Komori und der US-Konzern Goss.