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Warum ist die Wahrnehmung der Unternehmen in Bezug auf Industrie 4.0 so unterschiedlich, fragte Prof.Thomas Bauernhansl, Leiter des Instituts für Industrielle Fertigung und Automatisierung Fraunhofer IPA. - Bild: Daniela Hoffmann

Warum ist die Wahrnehmung der Unternehmen in Bezug auf Industrie 4.0 so unterschiedlich, fragte Prof.Thomas Bauernhansl, Leiter des Instituts für Industrielle Fertigung und Automatisierung Fraunhofer IPA. „Viele Unternehmen haben noch gar nicht angefangen, andere brüsten sich, sie seien ganz stark in Industrie 4.0, obwohl nichts dahinter steckt. Es sind deutlich unter 10 Prozent der Firmen, die wirklich an dem Thema arbeiten und Geld in die Hand nehmen“, so der Experte kritisch.

Seiner Einschätzung nach sind die Unternehmen, die das Thema ernst nehmen, damit auch sehr erfolgreich. „Sie erzielen bis zu 50 Prozent Produktivitätsfortschritte und können sich vor Anfragen kaum retten. Die Kunden können sehr genau unterscheiden, was echte Industrie 4.0 und was alter Wein in neuen Schläuchen ist“, so Bauernhansl. Als wichtiges Thema macht der Experte das Thema Echtzeitmodelle der Produktion aus, dazu gehört der digitale Schatten oder Zwilling der Maschinen.

Bauernhansl betonte auch die Relevanz von Plattformen. Wer das Rennen macht, die „Dinge-Macher“ oder die „Internet-Macher“, sei offen. Es gebe derzeit 30 bis 40 stark lieferantengetriebene Plattforminitiativen, hier sei eine Konsolidierung zu erwarten. Ob die Plattformen, die am Ende übrig bleiben, von einzelnen Unternehmen oder Community-getrieben sind, wird sich zeigen. Das wird die spannende Frage der nächsten Jahre sein“, meint Bauernhansl.

Trends spielen zusammen

Gefordert ist vor allem, den Blick weg von Industrie 4.0-Einzelaktivitäten hin auf ein Gesamtbild zu richten. „Viele sprechen von isolierten digitalen Trends, zum Beispiel über Wearables oder Big Data. Diese Trends spielen aber ganz eng zusammen“, stellt Dr. Tanja Rückert fest, Executive Vice President LoB Digital Assets & IoT bei SAP. Mit intelligenten Algorithmen werden zunehmend auch solche Prozesse „roboterisiert“, die bisher noch stark von manuellem Input leben.

„Betriebswirtschaft und Automatisierung verschmelzen auf einer Ebene, die man so noch nicht kannte, und individuelle Produkte können so hergestellt werden wie Massenprodukte“, nennt Rückert zwei Trends, die eng mit Industrie 4.0 verbunden sind. Unter dem Stichwort „predict everything“ werde Intelligenz in alle Geschäftsprozesse einziehen, meint Tanja Rückert. Sie rät: „Beschäftigen Sie sich mit maschinellem Lernen – das wird alle ihre Geschäftsprozesse beeinflussen“.

Dabei gehe es nicht nur darum, ein Dashboard zu haben, das Daten einzelner Maschinen analysiert, sondern den Gesamtkontext zu sehen und zu optimieren.

Zu den Bedenken von Unternehmen gehört bei der Digitalisierung häufig das Thema Sicherheit. „Es existiert eine Fülle von Anwendungsstandards, man muss nicht alles neu erfinden“, beruhigt jedoch Dr. Detlef Houdeau, Senior Director Business Development bei Infineon Technologies, der sich für einen holistischen Security-Ansatz stark macht.

Houdeau berichtete über Forschungsinitiativen wie das nationale Referenzprojekt zu Industrie 4.0 und Security IUNO, Sendate Planets von Nokia für sicheren Datentransfer über die neue Mobilfunkgeneration 5G, die vor allem auch im Industrie-Umfeld künftig für die Datenübertragung relevant wird, und SemI4.0 mit dem Schwerpunkt lernende Fabrik.

„Es gibt eine große Bewegung, sicher in die richtige Richtung, von Menschen, die bewegen wollen, statt bewegt zu werden“, sagte Claus Wilk, Chefredakteur der „Produktion“ über das zunehmende Interesse an Industrie 4.0.

Fachkongress Industrie 4.0: Die Bilder

  • Der 4. Fachkongress Industrie 4.0 hat begonnen. - Bild: Weinzierl

    Der 4. Fachkongress Industrie 4.0 hat begonnen. - Bild: Weinzierl

  • Der Chefredakteur der Fachzeitung Produktion, Claus Wilk, eröffnet den Fachkongress Industrie 4.0: "Die Chancen sind riesig!" - Bild: Weinzierl

    Der Chefredakteur der Fachzeitung Produktion, Claus Wilk, eröffnet den Fachkongress Industrie 4.0: "Die Chancen sind riesig!" - Bild: Weinzierl

  • Franziska Blume, Bereichsleitung bei SV Veranstaltungen und die "Chefin" vor Ort. - Bild: Weinzierl

    Franziska Blume, Bereichsleitung bei SV Veranstaltungen und die "Chefin" vor Ort. - Bild: Weinzierl

  • Für einen erfolgreichen Fachkongress Industrie 4.0 braucht es Technik - viel Technik. - Bild: Weinzierl

    Für einen erfolgreichen Fachkongress Industrie 4.0 braucht es Technik - viel Technik. - Bild: Weinzierl

  • Prof. Dr. Thomas Bauernhansl, der Leiter des IFF und des Fraunhofer IPA, führt durch den ersten Tag des Fachkongresses Industrie 4.0. - Bild: Weinzierl

    Prof. Dr. Thomas Bauernhansl, der Leiter des IFF und des Fraunhofer IPA, führt durch den ersten Tag des Fachkongresses Industrie 4.0. - Bild: Weinzierl

  • Dr. Tanja Rückert, Executive Vice President Products & Innovation bei SAP, hält die Keynote und erklärt, was Industrie 4.0 und das Internet der Dinge heute schon leisten können. - Bild: Weinzierl

    Dr. Tanja Rückert, Executive Vice President Products & Innovation bei SAP, hält die Keynote und erklärt, was Industrie 4.0 und das Internet der Dinge heute schon leisten können. - Bild: Weinzierl

  • Dr.-Ing. Detlef Houdeau, Senior Director Business Development bei Infineon Technologies spricht zum Thema Holistischer Ansatz sicherer Office-IT kombiniert mit Produktions-OT für den Anwender. - Bild: Weinzierl

    Dr.-Ing. Detlef Houdeau, Senior Director Business Development bei Infineon Technologies spricht zum Thema Holistischer Ansatz sicherer Office-IT kombiniert mit Produktions-OT für den Anwender. - Bild: Weinzierl

  • Dr. Tanja Rückert im Interview mit Claus Wilk, Chefredakteur der Fachzeitung Produktion. - Bild: Weinzierl

    Dr. Tanja Rückert im Interview mit Claus Wilk, Chefredakteur der Fachzeitung Produktion. - Bild: Weinzierl

  • Wassim Saeidi, Geschäftsleitung des WS Kunststoff-Service, erklärt, wie sein Unternehmen Datenbrillen in der Produktion einsetzt. - Bild: Weinzierl

    Wassim Saeidi, Geschäftsleitung des WS Kunststoff-Service, erklärt, wie sein Unternehmen Datenbrillen in der Produktion einsetzt. - Bild: Weinzierl

  • Prof. Dr. Robert Obermaier, Ordinarius der Uni Passau fodert die deutsche Industrie in Ulm auf, in Sachen Industrie 4.0 "in die Puschen zu kommen." - Bild: Weinzierl

    Prof. Dr. Robert Obermaier, Ordinarius der Uni Passau fodert die deutsche Industrie in Ulm auf, in Sachen Industrie 4.0 "in die Puschen zu kommen." - Bild: Weinzierl