Dr. Eberhard Veit, Vorstandsvorsitzender der Festo AG (Bild: Festo).

Dr. Eberhard Veit, Vorstandsvorsitzender der Festo AG (Bild: Festo).

Bitte bewerten Sie die derzeitigen Konjunkturaussichten aus Ihrer Sicht nach dem Schulnotensystem (1 = sehr gut; 6 = ungenügend)

2, d.h. nach einer 1 in 2011 leichte Abschwächung

Das letzte Jahr stand im Zeichen der Schulden- und Eurokrise. Wird sich die Situation 2012 bessern?

Für uns als Unternehmen war 2011 ein Rekordjahr – sowohl in Deutschland als auch in Europa, Asien, Nord- und Südamerika. Viele Unternehmen haben in und nach der Krise ihre Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz mit unseren Automatisierungslösungen gesteigert. Für 2012 erwarten wir trotz der noch nicht gelösten Schulden- und Eurokrise ein gutes Wachstum in Europa und Deutschland. Auch  in Asien und insbesondere China sehen wir einen wachsenden Bedarf an Automatisierungstechnik, der unser weltweites Wachstum auch weiter stimulieren wird.

Welche Themen stehen für Ihr Unternehmen 2012 ganz oben auf der Agenda?

Neue Technologien müssen drängende Probleme lösen. Ich nenne nur die Stichworte Energieeffizienz, regenerative Energiequellen, Elektromobilität, Wasserknappheit, Welternährung, effiziente und ressourcenschonenden Produktion. Hier sind wir als Unternehmen als technologischer „Enabler“ gefordert. Erhöhte Produktivität, Kostenreduktion und Energieeffizienz sind entscheidende Parameter für effiziente Automatisierung bei uns und unseren Kunden weltweit.

Falls es 2012 zu einer weiteren Wirtschaftskrise kommt: Wie gut haben Sie sich in der Zwischenzeit aufgestellt, um solche Situationen zu meistern?

Wir haben in den letzten Jahren die Weichen richtig gestellt und immer an Deutschland und Europa geglaubt. Als Familienunternehmen haben wir nachhaltig in unsere Zukunft als Unternehmen investiert. Wir haben Zukunftstechnologien und Partnerschaften mit unseren Kunden mit großem Engagement vorangetrieben. Das hat uns nicht nur zum gefragten Partner in der Wirtschaftskrise gemacht, sondern auch in 2011 so rasant aus der Krise herausgeführt. Aber wir können uns jetzt nicht ausruhen. Die Weltwirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Die globalen Marktschwankungen nehmen extrem zu und sind immer weniger vorhersagbar. Trotz allem nimmt die Time-to-market ab, unsere Kunden müssen in immer kürzerer Zeit Maschinen und Anlagen planen, konstruieren und bauen. Und das im internationalen Maßstab mit hohen Anforderungen an Sicherheit und Prozessstabilität. Wir stellen aktuell unsere globale Supply Chain so auf, dass in Zukunft eine noch schnellere und flexiblere Reaktion auf die extremen Veränderungen der internationalen Märkte möglich wird.