Osram LED

Sieht aus wie Glühbirne, ist aber LED: Bei der Filament-LED Soleriq L 38 von Osram wurde die Wolfram-Glühwendel durch LED-Fäden erstetzt. Sowohl im Aussehen als auch in der Abstrahlcharakteristik steht sie ihren Glühlampen-Vorgängern laut Hersteller in nichts nach. - Bild: Osram

Von der Verstärkung seiner LED-Fertigung mit dem neuen Werk in Malysia verspricht sich Osram eine Sicherung seiner Position als Nummer Zwei im (LED)-Chipmarkt. Weltmarktführer bei LEDs ist laut Branchen-Experten der japanische Konzern Nichia (17 Prozent) vor Osram (10 Prozent), Samsung (8 Prozent) und Philips (7 Prozent).

 

Nichia
Weltmarktführer Nichia ist auch einer der größten LED-Lieferanten bei Apple-Produkten. Beispielsweise sind sämtliche iPhones und iPods mit Nichia-LEDs ausgestattet. - Bild: Nichia

Den "finalen konsequenten Schritt in Richtung LED" nennt Osram-Sprecher Torsten Wolf den Neubau in Malysia. Denn seit 2010 hat Osram bereits seinen LED-Anteil am Umsatz von 19,5 Prozent (2010: 4,7 Milliarden Euro) auf 42,6 Prozent (2015: 5,6 Milliarden) gesteigert. Und will mit dem neuen Werk im Kulim High Tech Park nahe Penang klotzen, nicht kleckern: Um 600 (!) Prozent höher sollen die Stückzahlen in Malaysia im Vergleich zu Regensburg (2000 Mitarbeiter) sein.

Innovationsstandort versus Massenfertigung

Osram Werk Regensburg
Das-Werk in Regensburg ist laut Osram als "Innovationsstandort" aufgestellt. - Bild: Osram

Baut sich Osram damit selbst eine starke Konkurrenz für sein Werk in Regensburg? Ein klares "Nein" kommt von Wolf auf diese Frage: "Regensburg ist in unserem Standort-Portfolio als Innovationsstandort aufgestellt, das neue Werk in Malaysia für Massenfertigung".

Während im Werk Regensburg etwa die Hälfte der 2.000 Mitarbeiter auf F&E entfällt, fertigen die übrigen anspruchsvolle LED-Chips, die sehr stark fokussiert strahlen, primär für Automotive und Video-Projektion. Das neue malayische Werk soll sich auf die Herstellung von Flächenemittern konzentrieren, also einfachere LEDs, die Glühbirnen ersetzen.

Knackpunkt lokale Kostenniveaus

Stellt sich nur noch die Frage, warum Osram nicht sein Werk in Deutschland baut. Trotz Industrie 4.0, High Automation, Robotern. Osram-Sprecher Wolf begründet das so: "Wir haben eine Standortanalyse zu verschiedenen Ländern und Orten durchgeführt und unter anderem auch die lokalen Kostenniveaus verglichen, also Lohnkosten, Grundstückskosten, Nebenkosten, Infrastrukturausbau, et cetera. Außerdem liegt der Kulim High Tech Park in der Nähe von Penang, wo wir bereits eine Fertigung haben, und verfügt über eine hervorragende Infrastruktur. Die Entscheidung trägt vor allem den dort gemachten positiven Erfahrungen beim Aufbau einer Chipfertigung - Penang wurde 2009 eröffnet - und den kurzen Wegen Penang-Kulim Rechnung. In Penang selbst standen keine weiteren Flächen mehr zur Verfügung."

kko