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"Die Stimmung der Verbraucher zeigt zum Jahresende ein im Großen und Ganzen positives Bild", hob die GfK zu den jüngsten Erhebungsdaten vom Dezember hervor. - Bild: Pixabay

Die Kauflaune der Deutschen verbessert sich zum Jahreswechsel erneut leicht - entgegen der Erwartung von Volkswirten. Die Konsumforscher der GfK ermittelten für Januar 2017 einen Anstieg auf 9,9 von 9,8 Punkten im Vormonat. Die von Dow Jones Newswires befragten Ökonomen hatten für den ersten Monat des kommenden Jahres lediglich eine Stagnation auf dem Niveau vom Dezember erwartet.

"Damit ist der Start des Konsumklimas in das neue Jahr 2017 gelungen", erklärte GfK-Experte Rolf Bürkl. Die Konsumenten zeigten sich "überaus widerstandsfähig" gegenüber einer Reihe von Risikofaktoren, wie dem Ausgang der US-Wahlen, der Brexit-Entscheidung oder einem Wiederaufflammen der Finanzkrise in Italien.

"Offenbar sehen die Konsumenten eher in der Arbeitsmarktlage die für sie entscheidende Größe, wenn es um ihre Konsumentscheidungen geht", meinte Bürkl. Eine nur geringe Sorge vor Arbeitslosigkeit stimuliere die Konsumfreude. Positiven Einfluss habe auch das historisch niedrige Zinsniveau. Der Terroranschlag von Berlin hatte nach seinen Angaben keinen Einfluss auf die Umfrageergebnisse, da die Erhebung zuvor abgeschlossen war.

"Die Stimmung der Verbraucher zeigt zum Jahresende ein im Großen und Ganzen positives Bild", hob die GfK zu den jüngsten Erhebungsdaten vom Dezember hervor. Die Konjunkturerwartung lege leicht, die Einkommenserwartung deutlich zu. Dagegen seien für die Anschaffungsneigung moderate Einbußen zu verzeichnen.

Trumps Wahl hat keine direkte Auswirkung
Die Konsumenten gingen zum Jahresende davon aus, "dass die Wirtschaft auch in den kommenden Monaten moderat wachsen wird". Die Konjunkturerwartung stieg nach Angaben der Nürnberger Konsumforscher zum dritten Mal in Folge. Mit einem Plus von 1,1 Zählern auf 16,4 Punkte seien die Gewinne beim Konjunkturindikator aber eher moderat ausgefallen.

"Der für viele überraschende Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen scheint sich bisher nicht auf die Stimmung der Verbraucher auszuwirken", erklärte Bürkl. Sie erwarteten in den nächsten Monaten offensichtlich keine direkten Auswirkungen auf die deutsche Konjunktur.

Die Einkommenserwartung legte laut GfK um 11,1 auf 55,6 Punkte zu, nachdem sie zuvor drei Monate in Folge gefallen war. Die anhaltend positive Beschäftigungsentwicklung wirke zum Jahresende auch belebend auf die Einkommenserwartungen. Die glänzende Verfassung des Arbeitsmarktes wecke Hoffnungen auf anhaltend gute Lohn- und Einkommenszuwächse. Diesen Optimismus könnten "im Moment auch die wieder anziehenden Verbraucherpreise nicht beeinträchtigen".

Die Anschaffungsneigung profitiere aber nicht von den verbesserten Konjunktur- und Einkommenserwartungen. Sie sei um 3,2 Zähler auf 48,0 Punkte gesunken. Trotz des leichten Rückgangs weise die Anschaffungsneigung aber "ein überaus hohes Niveau" auf. "Die Konsumfreude ist nach wie vor ungebrochen", betonte Bürkl.