Trotz der ausstehende Forderungen - der Verdacht auf organisierten Betrug habe sich mittlerweile

Trotz der ausstehende Forderungen - der Verdacht auf organisierten Betrug habe sich mittlerweile bestätigt - so Kontron-Vorstand Ulrich Gehrmann, erwartet das Unternehmen weitere Umsatzsteigerungen in Q4.

ECHING. Mit einem Umsatz von 133 Mio. Euro im dritten Quartal hat die Kontron AG das kontinuierliche Wachstum im laufenden Geschäftsjahr fortgesetzt. Sowohl gegenüber dem Vorquartal wie auch im Vergleich zum Vorjahreszeitraum lag die Steigerung bei 15 Prozent. Für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2010 ergibt sich ein Umsatz von 347 Mio Euro gegenüber 333 Mio Euro im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einer Steigerung von 4 Prozent. Unter Berücksichtigung des strategischen Verzichts auf das margenschwache EMS-Volumengeschäft (alleine im dritten Quartal ca. 18 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum) fällt die Steigerung höher aus.

Auftrageingang auf neuem Höchststand

Der Auftragseingang lag mit 204 Mio. Euro auf neuem Höchststand. Der Auftragsbestand kletterte mit 468 Mio. Euro gegenüber 398 Mio. Euro zum Halbjahr und 306 Mio. Euro zum Jahresende 2009 ebenfalls auf einen Höchststand. Mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 8,1 Mio. Euro im dritten Quartal lag die Kontron AG deutlich über dem Vorjahreswert von 4,8 Mio. Euro. Entsprechend lag das Nettoergebnis im dritten Quartal bei 5,6 Mio. Euro gegenüber 3,1 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Aufgrund der im zweiten Quartal 2010 erfolgten vollständigen Wertberichtigung der ausstehenden Forderungen in Höhe von 34 Mio. Euro gegen Kunden in Malaysia, Taiwan und Hongkong lag das operative Ergebnis (EBIT) in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres bei minus 15,7 Mio. Euro gegenüber 19,8 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Besser als im Vorjahr stellt sich die aktuelle Gross Margin dar, die bei 29 Prozent lag (Vorjahr 25 Prozent).

Weitere Steigerung für das vierte Quartal erwartet

Der 2 896 Mitarbeiterstamm ist zum Ende des dritten Quartals gegenüber 2 807 zu Ende Juni gewachsen. Der operative Cashflow von minus 1,3 Mio Euro im dritten Quartal war vor allem beeinflusst durch die aufgrund des starken Septemberumsatzes um 13 Mio Euro gestiegenen Forderungen gegenüber dem Halbjahr. Insgesamt erwartet die Kontron AG eine weitere Steigerung des Marktumfeldes.

Im Falle der im zweiten Quartal erfolgten Bildung einer Risikovorsorge in Höhe von 34 Mio. Euro für ausstehende Forderungen hat sich mittlerweile, so der Kontron-Vorstand, der Verdacht auf organisierten Betrug bestätigt. Gegen alle Schuldner und Beteiligte wurde Klage eingereicht. Die finalen Berichte der mit der Aufklärung beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Anwaltskanzlei sollen in den nächsten Wochen vorliegen. Inwieweit Forderungen eingetrieben werden können, sei aktuell noch nicht abzuschätzen. Den auf das lokale Management und das asiatische Electronic Manufacturing Service (EMS) Geschäft beschränkten Fall hat die Kontron AG auch zum Anlass genommen, die Compliance- und Risiko-Management-Systeme im Gesamtkonzern nochmals zu verschärfen.