DÜSSELDORF (Dow Jones/ks)–Dank des steigenden Containerumschlags in den Häfen und deutlichen Kosteneinsparungen standen im dritten Quartal des im Oktober begonnenen Geschäftsjahres 2009/2010 mit 4,1 Mio Euro unter dem Strich sogar wieder schwarze Zahlen, wie der Düsseldorfer Konzern am Dienstag mitteilte. Die von Dow Jones Newswires befragten Analysten hatten im Schnitt mit 6 Mio Euro nach einem Verlust von 31 Mio Euro im Vorjahresquartal gerechnet.

Zwischen April und Juni füllten sich die Auftragsbücher der Düsseldorfer wieder deutlicher. Der Auftragseingang stieg im Vergleich zum Vorjahr um 40% auf 243 Mio Euro und damit stärker als von Analysten erwartet. Im Vergleich zum Vorquartal stieg der Wert der Neubestellungen um knapp 13% – ein Hoffnungszeichen für die kommenden Quartale.

“Im dritten Geschäftsquartal konnten wir nun stärker von der weltweiten konjunkturellen Erholung profitieren und deutlich mehr Bestellungen verzeichnen”, erklärte der Vorstandsvorsitzende Aloysius Rauen. “Darüber hinaus profitieren wir beim Ergebnis von den Kostensenkungseffekten der erfolgreichen Restrukturierung. Damit haben wir eine solide Basis für den weiteren Aufschwung unseres Geschäfts gelegt”, fügte er an.

Der im Mittelwerteindex MDAX gelistete Kranbauer lebt vor allem von großen Projekten mit langen Vorlaufzeiten. Krisen treffen die Branche daher erst verzögert. Im Gegenzug schlägt die anziehende Konjunktur aber auch erst ein halbes bis ein Jahr später durch.

Das Geschäft mit der Hafentechnologie, bislang Sorgenkind des Kranbauers, profitierte von der anziehenden Weltwirtschaft und dem damit verbundenen stärkeren Containerumschlag. Auch wenn sich Hafen- und Terminalbetreiber mit Investitionen in Großprojekte weiter zurückhielten, gingen bei den Düsseldorfern 55% mehr Order im Gesamtwert von 52 Mio Euro ein als im Vorjahreszeitraum und 16% mehr als im zweiten Quartal des Geschäftsjahres. Besonders groß sei die Nachfrage nach Hafenmobilkranen gewesen.

Im Geschäft mit Industriekranen etwa für die Stahl-, Papier- , Fertighaus- oder Flugzeugproduktion stieg der Wert der Neuaufträge deutlich um die Hälfte auf 113 Mio Euro. Hier hatte offenbar auch der schwache Euro für Vorteile gegenüber der Konkurrenz aus den USA gesorgt. Noch konnten die Umsätze nicht mit dem Auftragseingang mithalten. Zwischen April und Juni nahmen die Düsseldorfer 205 Mio Euro ein und damit 7% weniger als im Vorjahreszeitraum.

Operativ verdiente Demag Cranes vor Zinsen und Steuern (EBIT) bereinigt 10 Mio Euro, ein Plus von 87%. Analysten hatten jedoch mit noch mehr gerechnet. Dabei konnte das margenstarke Servicegeschäft die operativen Verluste bei Industriekranen und der Hafentechnologie auffangen. Demag Cranes ist mittlerweile die weltweite Nummer eins in der Hafentechnologie gefolgt von der Liebherr-Gruppe und bei Industriekranen dem finnischen Marktführer Konecranes dicht auf den Fersen.

Im laufenden Geschäftsjahr rechnet der Hersteller von Industriekranen, Krankomponenten und Hafentechnologie mit einem neuerlichen Umsatzrückgang auf rund 900 Mio Euro nach gut 1 Mrd Euro im Vorjahr. Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) soll zwischen 45 und 50 Mio Euro liegen nach 68 Mio Euro im Geschäftsjahr 2008/09.