Till Reuter

Midea will laut Vorstandschef Till Reuter Kuka so erhalten, wie das Unternehmen derzeit ist. Dies werde mit der bis Ende 2023 gültigen Investorenvereinbarung sichergestellt. - Bild: Kuka

Reuter betonte, in den Verhandlungen "das Beste" für das Unternehmen und seine Mitarbeiter herausgeholt zu haben und hob besonders die Datensicherheit hervor, die im Kontakt der Industrie 4.0 immer wichtiger werde.

Kuka kann auf Basis seiner Investorenvereinbarung mit Midea weiterarbeiten wie bisher. "Midea steht zu Kuka so wie wir heute sind," sagte Reuter in einer Telefonkonferenz mit Journalisten und Analysten. "Verkäufe und Aufteilung von Kuka sind ausgeschlossen."

China wird Wachstumsmarkt sein

Reuter bekräftigte erneut das Ziel, den Umsatz in China bis 2020 auf 1 Milliarde Euro zu steigern. Im vergangenen Jahr hatte Kuka im Reich der Mitte 425 Millionen Euro umgesetzt. Kuka werde aber versuchen, mit Hilfe von Midea das Ziel schon früher zu erreichen, sagte er. Der chinesische Konzern will Kuka zum bevorzugten Ausrüster seiner 150 Logistikzentren machen und auch sonst bei seinem Wachstum in China unterstützen.

Midea hatte am 16. Juni ein offizielles Übernahmeangebot für Kuka vorgelegt, das den MDAX-Konzern mit rund 4,6 Milliarden Euro bewertet. Bis zum 15. Juli können die Aktionäre ihre Anteile andienen, was der Vorstand ihnen auch empfiehlt. An einer vollständigen Übernahme ist Midea dabei nicht interessiert: Der Konzern begrüße eine "breit diversifizierte Aktionärsbasis mit bedeutendem Streubesitz", hieß es in einer Präsentation des Unternehmens.

"Es gibt keinen Zugriff von Aktionären"

Das Übernahmeinteresse der Chinesen an dem Augsburger Unternehmen schlägt in Wirtschaft und Politik hohe Wellen aus Furcht vor dem Export technischen Knowhows nach China und wegen der starken Verflechtung vor allem der deutschen Automobilindustrie mit dem Roboterhersteller. Kuka schützt nun aber das eigene Know-how sowie vertrauliche Daten von Kunden und Lieferanten: "Es gibt keinen Zugriff von Aktionären", bekräftige Kuka-Chef Till Reuter. Alle Kuka-Standards würden beibehalten.