Die Robotik boomt - davon konnte Kuka im Geschäftsjahr 2017 profitieren, auch wenn das letzte Quartal mit Verlust endete

Die Robotik boomt - davon konnte Kuka im Geschäftsjahr 2017 profitieren, auch wenn das letzte Quartal mit Verlust endete. - Bild: Kuka

Kuka: Kennzahlen Gesamtjahr 2017

  • Auftragseingang steigt auf 3,6 Milliarden Euro (+5,6 Prozent)
  • Umsatzerlöse steigen deutlich um 18,0 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro
  • Auftragsbestand zum Jahresende erreicht 2,2 Milliarden Euro (+5,3 Prozent) und weist auf ein weiteres Wachstum in 2018 hin
  • EBIT vor Kaufpreisallokationen und vor Wachstumsinvestitionen liegt bei 148,3 Millionen Euro (EBIT-Marge: 4,3 Prozent) nach 138,0 Millionen Euro in 2016 (EBIT-Marge: 4,7 Prozent)

Der Kuka Konzern hat das Geschäftsjahr 2017 erfolgreich abgeschlossen und konnte die Ergebnisse des Vorjahres teilweise deutlich übertreffen. „Wir haben im vergangenen Jahr weiter vom Trend der Digitalisierung profitiert. Die starke Nachfrage nach intelligenten Automatisierungslösungen hält an“, so Dr. Till Reuter, Vorstandsvorsitzender der Kuka AG.

„Gleichzeitig mussten wir die richtigen Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen. Eine wichtige Säule unseres Erfolgs sind die Investitionen – in Schlüsseltechnologien und innovative Produkte für Industrie 4.0, in Partnerschaften, in neue Geschäftsfelder wie Consumer Robotics und in den Wachstumsmarkt China“, betonte er.

Dr. Till Reuter ist Vorstandsvorsitzender der Kuka AG
Dr. Till Reuter ist Vorstandsvorsitzender der Kuka AG. - Bild: Kuka

Bereicht Systems schwächelt

Dabei profitierte Kuka weiter von der weltweit starken Nachfrage nach Robotern und Automatisierungslösungen. Im Einzelnen schloss der Kuka Konzern das Geschäftsjahr 2017 nach vorläufigen Zahlen wie folgt ab:

Die vorläufigen Auftragseingänge erreichten im abgeschlossenen Geschäftsjahr einen neuen Rekordwert in Höhe von 3.614,3 Millionen Euro. Gegenüber dem Wert des Vorjahres ist dies ein Plus von 5,6 Prozent (2016: 3.422,3 Millionen Euro). Damit hat Kuka zum vierten Mal in Folge den jeweiligen Vorjahreswert übertroffen. Die Steigerung konnte vor allem durch den Ausbau im Bereich der General Industry erreicht werden.

Der Geschäftsbereich Robotics steigerte seine Auftragseingänge um 12,4 Prozent auf 1.223,3 Millionen Euro (2016: 1.088,8 Millionen Euro). Dabei weist vor allem das Segment General Industry ein starkes Wachstum von 28,6 Prozent auf; gefolgt vom Segment Service mit 11,4 Prozent, während der Automotive Bereich einen leichten Rückgang verzeichnete und bei 426,4 Millionen Euro (2016: 442,4 Millionen Euro) lag.

Der Auftragseingang bei Systems erreichte einen Wert in Höhe von 1.530,2 Millionen Euro. Dies ist ein Rückgang von 7,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 1.644,6 Millionen Euro. Grund dafür ist, dass der Auftragseingang aus dem verkauften Aerospace Geschäft nicht kompensiert werden konnte. Zudem schwanken die Auftragseingänge bei Systems stark, da sie abhängig vom Vergabezeitpunkt von Großaufträgen sind.

Der Geschäftsbereich Swisslog erwirtschaftete einen Auftragseingang in Höhe von 926,2 Millionen Euro (2016: 742,6 Millionen Euro). Dies ist ein Plus von 24,7 Prozent.

Im Geschäftsjahr 2017 erhöhten sich die vorläufigen Umsatzerlöse des Kuka Konzerns um 18,0 Prozent auf 3.479,1 Millionen Euro (2016: 2.948,9 Millionen Euro). Der Geschäftsbereich Robotics erreichte Umsatzerlöse in Höhe von 1.200,6 Millionen Euro. Damit lagen die Umsätze erstmals über der Milliardengrenze. Verglichen mit dem Vorjahreswert ist dies ein Anstieg von 20,8 Prozent.

Der Umsatz im Geschäftsbereich Systems steigerte sich um 13,2 Prozent und lag bei 1.579,2 Millionen Euro (2016: 1.395,5 Millionen Euro). Der Geschäftsbereich Swisslog erwirtschaftet Umsatzerlöse von 763,7 Millionen Euro – ein Plus von 28,7 Prozent.

Die Book-to-Bill Ratio, d. h. das Verhältnis von Auftragseingängen zu Umsatzerlösen, lag auf Konzernebene im Geschäftsjahr 2017 bei 1,04. Werte über 1 deuten auf weiteres Wachstumspotential in 2018 hin.

Der vorläufige Auftragsbestand belief sich im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 2.157,9 Millionen Euro (2016: 2.048,9 Millionen Euro) und weist auf ein weiteres Wachstum in 2018 hin.

Der Kuka Konzern erwirtschaftete beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) vor Abschreibungen für die Kaufpreisallokationen und vor Wachstumsinvestitionen einen Wert von 148,3 Millionen Euro (2016: 138,0 Millionen Euro). Dies entspricht einer EBIT-Marge von 4,3 Prozent (2016: 4,7 Prozent).

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Kuka Systems: EBIT reduziert sich um 80 Prozent

Das EBIT von Robotics belief sich auf 133,1 Millionen Euro (2016: 100,7 Millionen Euro) und konnte sich damit um 32,2 Prozent deutlich steigern. Die EBIT-Marge lag bei 11,1 Prozent (2016: 10,1 Prozent). Bei Systems reduzierte sich das EBIT um 80,5 Prozent und erreichte einen Wert von 17,8 Millionen Euro (2016: 91,3 Millionen Euro). Die EBIT-Marge lag bei 1,1 Prozent (2016: 6,5 Prozent). Grund dafür ist, dass es im Zusammenhang mit einzelnen Projekten sowie mit Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität bei der Kuka Systems GmbH zu Ergebnisbelastungen in einer Größenordnung von rund 40 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2017 gekommen ist.

Im Geschäftsbereich Swisslog erreichte das EBIT einen Wert von 10,4 Millionen Euro (2016: 4,8 Millionen Euro) und eine EBIT-Marge von 1,4 Prozent (2016: 0,8 Prozent). Ohne die Berücksichtigung der Abschreibungen für die Kaufpreisallokation erzielte Swisslog ein EBIT von 22,2 Mio. € in 2017 (Marge: 2,9  Prozent) im Vergleich zu 2016 mit einem EBIT von 15,6 Mio. € (Marge: 2,6  Prozent).

Der Kuka Konzern hat die Anzahl seiner Mitarbeiter per 31. Dezember 2017 im Vergleich zum Vorjahr von 13.188 auf 14.256 erhöht. Dabei erhöhte Robotics seine Mitarbeiterzahl um 6,0 Prozent auf 5.010 Mitarbeiter (2016: 4.726). Die Mitarbeiterzahl im Geschäftsbereich Systems stieg um 5,2 Prozent auf 5.459 (2016: 5.189). Den größten Zuwachs erzielte Swisslog mit 8,4 Prozent auf 2.904 (2016: 2.679). 

Das vierte Quartal 2017 lief für Kuka nicht so rosig - von Oktober bis Dezember lief vor Zinsen und Steuern ein Verlust von 8 Millionen Euro auf
Das vierte Quartal 2017 lief für Kuka nicht so rosig - von Oktober bis Dezember lief vor Zinsen und Steuern ein Verlust von 8 Millionen Euro auf. - Grafik: Kuka

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