Kuka schreibt auch zum Jahresauftakt rote Zahlen 1

Der Anlagen- und Roboterbauer Kuka hat im ersten Quartal erneut rote Zahlen geschrieben. Sowohl operativ als auch netto fielen Verluste an, wie die Augsburger am Dienstag mitteilten.

Von Nico Schmidt, Dow Jones

FRANKFURT (ks)–Da der Auftragseingang zwischen Januar und März aber deutlich zulegte, sieht der SDAX-Konzern die Chance, auf Gesamtjahressicht in die Gewinnzone zurückzukehren – zumindest bereinigt um die Kosten des teueren Sanierungsprogramms.

Die Einnahmen sanken im Zeitraum zwischen Januar und März um knapp 8% auf 209,1 (227,0) Mio Euro. Vor Zinsen und Steuern verlor die Kuka AG 1,9 (plus 0,2) Mio Euro, netto lag der Verlust bei 11,0 (minus 1,8) Mio Euro. Beide Geschäftsbereiche – sowohl der Anlagen- als auch der Roboterbau – verzeichneten aufgrund des Kostensenkungsprogramms allerdings ein positives Betriebsergebnis. Ins Minus gezogen wurde Kuka auf operativer Ebene lediglich durch die Kosten der Zentralbereiche.

In den kommenden Quartalen dürfte es für die Kuka AG aber wieder aufwärts gehen, da die Neubestellungen zum Jahresauftakt um fast ein Viertel auf 263,8 Mio Euro zulegten. Das Plus, das von beiden Geschäftsbereichen getragen wurde, lag nach Unternehmensangaben über dem Branchendurchschnitt und so hoch wie seit sieben Quartalen nicht mehr. Das gesamte Auftragspolster wuchs per Ende März um 12,4% auf 606,7 Mio Euro.

Kuka profitierte an der Auftragsfront vor allem von der anziehenden Nachfrage aus der Automobilindustrie. Die Autohersteller hatten zuletzt wieder Ausrüstungsinvestitionen getätigt, die in der schweren Branchenkrise in den vergangenen gut anderthalb Jahren auf Eis gelegt worden waren.

Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte der Roboter- und Anlagenbauer: Für 2010 rechnet die Kuka AG weiter mit einem Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich. Außerdem sollen vor Zinsen und Steuern und bereinigt um Sanierungskosten wieder schwarze Zahlen geschrieben werden. Die Augsburger halten einen Gewinn von 10 Mio für möglich.

Kuka sei gut ins laufende Jahr gestartet, sagte Vorstandsvorsitzender Till Reuter in einer Telefonkonferenz. Deshalb könne der Ausblick “deutlich” bekräftigt werden. Finanzvorstand Stefan Schulak zeigte sich zuversichtlich, dass bereits im zweiten Quartal ein operativer Gewinn geschrieben werden könnte, sollte der positive Auftragstrend anhalten.

Im Krisenjahr 2009 hatten die Augsburger 902,1 Mio Euro erlöst. Vor Zinsen und Steuern war ein bereinigter Verlust von rund 14,3 Mio Euro angefallen, auf berichteter Basis lag das Minus bei 52,9 Mio Euro. Netto verbuchte Kuka einen Fehlbetrag von 75,8 Mio Euro.

Bereits Ende 2008 hatte Kuka auf die Krise in der Automobilindustrie – der wichtigsten Abnehmerbranche – reagiert und den Rotstift angesetzt. Im April wurde der Sparkurs dann forciert. Insgesamt wurden mit Hilfe eines Maßnahmenpakets 2009 etwa 70 Mio Euro eingespart – davon etwas mehr als die Hälfte wiederkehrend.

Auch in diesem Jahr, das für den SDAX-Konzern nach eigenem Bekunden ein Übergangsjahr ist, soll weiter gespart werden. Ziel sei es, die nachhaltigen Kostensenkungen auf 65 Mio bis 70 Mio Euro zu steigern, bekräftigte das Unternehmen.

Der Fokus liegt dabei nun weniger auf den Personalkosten als vielmehr auf den Ausgaben für Material und der Optimierung von Prozessen. Unter anderem will Kuka die Standardisierung und die Verwendung von Gleichteilen vorantreiben und sich verstärkt globale Beschaffungsquellen suchen. Am Firmensitz in Augsburg wird es zwar auch Kapazitätsanpassungen geben, diese werden nach Aussage des Managements aber überschaubar ausfallen.

Nicht sparen will Kuka beim Ausbau neuer Geschäftsfelder: In die Entwicklung der “Advanced Robotics”-Sparte sollen nach Aussage von Reuter in den kommenden drei bis fünf Jahren insgesamt rund 50 Mio Euro fließen. Die im Frühjahr neu gegründete Sparte ist für den SDAX-Konzern ein wichtiger Schritt auf dem Weg, sich von einem Autozulieferer in ein Technologieunternehmen zu wandeln. Mittelfristig will Kuka etwa die Hälfte des Umsatzes mit Kunden außerhalb der Autoindustrie machen – zuletzt war etwa ein Drittel.