Bernd-Otto Kruse, Präsident des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV): Ein Ende

Bernd-Otto Kruse, Präsident des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV): Ein Ende der Preissteigerungen ist nicht in Sicht (Bild: GKV).

Die kunststoffverarbeitende Industrie hat sich trotz einer guten Konjunktur der Branche besorgt über die sprunghaft gestiegenen Kosten für Rohstoffe und Energie geäußert.

FRANKFURT (Dow Jones/ks)–”Wir sehen die Entwicklung mit großer Sorge”, sagte Bernd-Otto Kruse, Präsident des Gesamtverbandes Kunststoffverarbeitende Industrie (GKV) am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt.
Die Preise der eingesetzten Kunststoffe wie Polymere seien in den vergangenen zwei Jahren fast ebenso schnell wieder gestiegen, wie sie zuvor abgestürzt seien. Er verwies dabei auf den Index “Plastixx”, der Index der “Kunststoff Information” für alle Polymerpreise. Dieser habe 2010 bereits 3% über dem Schnitt des Rekordpreisjahres 2008 gelegen. Im Januar und Februar des laufenden Jahres habe der Index weiter zugelegt und die bisherige absolute Höchstmarke aus dem August 2008 übertroffen.

Ein Ende der Preissteigerungen sieht Kruse nicht. Daher sieht er zu einer direkteren Weitergabe der Kosten an die Abnehmer keine Alternative. Bereits jetzt seien die Erträge der Branche “in vielen Fällen unzureichend”, darüber könnten auch gestiegene Umsätze und die positive Konjunkturstimmung nicht hinweg täuschen. Auch die höheren Energiepreise sieht Kruse für die kunststoffverarbeitenden Industrie kritisch.
Positives berichtete der Verbandspräsident hingegen über die Konjunktur. So habe die Branche 2010 fast wieder die Vorkrisenwerte aus dem Jahr 2008 erzielt. Der Umsatz wuchs um 14% auf 51,3 Mrd Euro. 2008 waren es 52,3 Mrd Euro. Auch die verarbeitete Kunststoffmenge habe mit 12,2 Mio t fast wieder den Stand von 2008 (12,8 Mio t) erreicht.

Im laufenden Jahr soll das Vorkrisenniveau mindestens wieder erreicht werden, prognostizierte Kruse. “Das dazu nötige Wachstum von rund 2% trauen wir uns ohne Weiteres zu.” Er zeigte sich dabei zuversichtlich, dass das Wachstum sogar höher ausfallen dürfte.