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Ohne die starken Exporte wäre es laut VDMA um die deutsche Landmaschinenbranche nicht so gut bestellt. - Bild: Agco Fendt

"Anhaltend hohe Ausfuhren im Wert von gut 3 Milliarden Euro haben dazu beigetragen, die nach wie vor schwache Inlandskonjunktur ein Stück weit abzufedern", sagt VDMA-Geschäftsführer Dr. Bernd Scherer. Von einer echten Erholung könne allerdings "noch nicht die Rede sein".

Deutscher Markt schwächelt weiter

Schwierige Zeiten erlebt momentan der deutsche Markt. Die Umsätze aus Geschäften mit den deutschen Vertriebspartnern gingen in den ersten beiden Quartalen um insgesamt 14 Prozent auf 1,08 Milliarden Euro zurück. "Die Milchpreis-Baisse fordert ihren Tribut. Nirgendwo in Europa gab es vergleichbar hohe Einkommensrückgänge in der Landwirtschaft wie hierzulande", betont Scherer. Dass sich diese "auch deutlich auf die Gesamtstimmung im Agribusiness auswirken" sei nicht verwunderlich. Einer VDMA-Kundenbefragung zufolge planten derzeit nur 9 Prozent der deutschen Landwirte, im zweiten Halbjahr in Neumaschinen zu investieren.

Frankreich vorerst zurück in der Wachstumszone

Erfreulicher entwickelt sich, zumindest partiell, das Exportgeschäft, das im Branchendurchschnitt rund 72 Prozent der Umsätze ausmacht. "Nach zwei Jahren der Rezession erleben wir in Frankreich erstmals einen durchaus bemerkenswerten Wachstumsschub", sagt Bernd Scherer.

Der mit einem jährlichen Ausfuhrvolumen von mehr als einer Milliarde Euro wichtigste Auslandsmarkt der deutschen Agrartechnikindustrie notierte in den ersten sechs Monaten des Jahres mit einem kräftigen Plus von gut 25 Prozent.

Wie nachhaltig diese Entwicklung ist, lässt sich derzeit allerdings noch nicht absehen. "Erste Aufhellungen zeigen sich auch im Russlandgeschäft, das, wenn auch von sehr niedrigem Niveau kommend, endlich wieder leicht anzieht", so Scherer. Bauchschmerzen bereitet der Industrie vor allem der britische Markt, wo man infolge des Brexit-Votums momentan mit Investitionen sehr zurückhaltend sei.

VDMA prognostiziert Umsatzrückgang um 5 Prozent

Der VDMA-Geschäftsklimaindex, der auf einer repräsentativen Befragung von Spitzenmanagern der europäischen Agrartechnikindustrie beruht, ist im vergangenen Monat weiter abgesunken und auch die Auftragseingänge befinden sich auf einem historischen Tiefstand.

Für das Gesamtjahr 2016 prognostiziert der VDMA-Fachverband Landtechnik ein Umsatzvolumen von 7 Milliarden Euro, was einem weiteren Rückgang um 5 Prozent entspräche.

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