Festo Technologiefabrik Scharnhausen Award Lean Green

Die Technologiefabrik Scharnhausen von Festo wurde mit dem Lean&Green-Award ausgezeichnet. - Bild: Festo

Die industrieübergreifende Auszeichnung bewertet Prozesslösungen in der Produktion aus dem Bereich des Lean-Managements und des Energie- und Umweltmanagements.

Lean und Green – also schlanke, nachhaltige Prozesse und eine umweltbewusste Produktion – sind ein wichtiger Bestandteil der Werksstrategie und wurden von Festo sowohl in der Produktion, als auch in technischen Innovationen in allen Bereichen der Hallen- und Gebäudetechnik umgesetzt. Schon bei der Planung und beim Bau des neuen Werks standen diese Anforderungen im Vordergrund und waren der Maßstab für alle Entscheidungen.

„Der Gewinn des Lean & Green Management Awards in der Kategorie Sonderpreis bestätigt uns in unserem Handeln und motiviert uns gleichzeitig, diesen Weg gemeinsam konsequent weiterzugehen“, freut sich Werksleiter Stefan Schwerdtle. „Im Lean & Green Reifegrad-Ranking der Finalisten haben wir eine sehr gute Bewertung von 7,6 von 10 möglichen Gesamtpunkten erreicht und dürfen uns damit zu den besten Lean & Green Unternehmen im Teilnehmerfeld zählen. Das sehen wir als ein wertvolles Gütesiegel für unsere Technologiefabrik an.“ 

Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Die Technologiefabrik in Scharnhausen verfolgt laut der Jury des Awards einen ganzheitlichen Lean-Management-Ansatz mit klarer Zielstruktur und Werksvision. Beeindruckt zeigten sich die Auditoren davon, wie das Werk Green-Elemente als integralen Bestandteil dieser Werksvision umsetzt und Ressourceneffizienz als Wettbewerbsvorteil einsetzt. „Chancen, die ein Werksneubau bietet, hat Festo an diesem Standort konsequent genutzt.“, meinte Daniel Reichert, Projektleiter des Lean & Green Awards. „Die Mitarbeiter wurden stark in diese Planung miteingebunden, Ziele werden über alle Ebenen hinweg abgestimmt und es gibt zeitnahe Problemlösungskreisläufe.“

Festo Technologiefabrik Scharnhausen Zusammenarbeit
Produktion und Büroarbeitsplätze liegen direkt nebeneinander – das fördert die enge und schnelle Abstimmung. - Bild: Festo

Ein zentraler Faktor für das Thema „Lean“ in der Fabrik ist das ganzheitliche Wertstrom-Management. Alle Wertströme von Entwicklung, Logistik und Produktion sollen in der Technologiefabrik stets optimal im Fluss sein. Die bereits erzielten Erfolge bei der Optimierung der Wertströme können sich sehen lassen: Zum Beispiel konnten bei der Produktion des pneumatischen Minischlittens DGSL die gesamten Transportwege von mehr als 30 km über verschiedene Standorte hinweg auf nur noch 240 m reduziert und die Durchlaufzeiten dadurch um mehr als 60 % verringert werden, weil alle Prozessschritte jetzt an einem einzigen Standort durchgeführt werden.

Energiedaten vernetzt betrachten

Aufbauend auf schlanken und ressourcenschonenden Prozessen nutzen Unternehmen heute digitale Vernetzungsmöglichkeiten, um zum Beispiel Produktionsdaten mit Energieverbräuchen abzugleichen – und letztere deutlich zu senken. Hier konnte die Technologiefabrik mit ihrem Energietransparenzsystem punkten, das genau diese Vernetzung ermöglicht.

Durch die ganzheitliche Betrachtung der Energieströme innerhalb der Produktionsanlagen sowie gleichzeitig in der Gebäudetechnik lassen sich deutliche Einsparpotentiale erschließen. Diese Betrachtung erhöht ebenfalls die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter für einen schonenden Umgang mit Ressourcen

Festo Technologiefabrik Scharnhausen Energieeffizienz
Energieeffizienz spielt im Werk eine zentrale Rolle und wird den Mitarbeitern auch in Schulungen vermittelt. - Bild: Festo

„Wir sind sehr stolz, beim Lean & Green Management Award mit diesem hervorragenden Ergebnis abgeschlossen zu haben“, sagt Frank Weber, Leiter Globales Gebäudemanagement bei Festo. „Das bestätigt uns in unserer konsequent umfassenden Sichtweise bei Planung und Umsetzung des Neubauprojekts, bei der wir Gebäude, Produktion und Prozesse insbesondere auch im Hinblick auf Energieeffizienz und Umweltschutz von Anfang an im Gesamtzusammenhang betrachtet haben.“

Den „Lean & Green Management Award“ führten die Beratungsunternehmen Growtth Consulting Europe und Quadriga Consult in diesem Jahr zum fünften Mal durch. Der Award zählt in Fachkreisen zu den Top-Auszeichnungen für Produktionswerke. Die Bewertung der Teilnehmer erfolgte in einem ersten Schritt per Fragebogen. Anschließend führten die Berater des Veranstalters  so genannte „Lean & Green Assessments“ vor Ort bei den ausgewählten Finalisten unter den Unternehmen durch.

Eine Experten-Jury bewertete abschließend die Ergebnisse und ermittelte die Preisträger. In den weiteren Kategorien wurden in diesem Jahr BMW München, Rohde und Schwarz, Neuenhauser sowie die Bolta-Werke ausgezeichnet. Die offizielle Preisverleihung findet beim letztjährigen Preisträger und Gastgeber, Robert Bosch in Blaichach/Immenstadt, am 5. und 6. Dezember anlässlich des Lean & Green Summits statt.

Exoskelette im Arbeitsalltag

  • EU-Projekt Robomate: Das Robo-Mate-Exoskelett bietet neben Schutz und Haltungsunterstützung auch Erleichterung beim Heben schwerer Gegenstände. Mittels Motoren und Sensoren soll es in der Lage sein, das Gewicht, das auf den Menschen wirkt, auf einen Bruchteil zu reduzieren und gleichzeitig Haltungsschäden vorzubeugen. Ein erster Prototyp wurde am Fraunhofer IAO vorgestellt. Entwickelt wird eine passive (siehe Foto) und eine aktive Variante. Zwölf Forschungsinstitute und Unternehmen aus sieben europäischen Ländern sind an dem Projekt beteiligt. Getestet wird Robomate demnächst beim Recyclingunternehmen Indra sowie im R&D-Zentrum von Autobauer Fiat. - Bild: Ludmilla Parsyak / Fraunhofer IAO

    EU-Projekt Robomate: Das Robo-Mate-Exoskelett bietet neben Schutz und Haltungsunterstützung auch Erleichterung beim Heben schwerer Gegenstände. Mittels Motoren und Sensoren soll es in der Lage sein, das Gewicht, das auf den Menschen wirkt, auf einen Bruchteil zu reduzieren und gleichzeitig Haltungsschäden vorzubeugen. Ein erster Prototyp wurde am Fraunhofer IAO vorgestellt. Entwickelt wird eine passive (siehe Foto) und eine aktive Variante. Zwölf Forschungsinstitute und Unternehmen aus sieben europäischen Ländern sind an dem Projekt beteiligt. Getestet wird Robomate demnächst beim Recyclingunternehmen Indra sowie im R&D-Zentrum von Autobauer Fiat. - Bild: Ludmilla Parsyak / Fraunhofer IAO

  • Lockheed Martin: Das Exoskelett Fortis leitet sowohl in stehenden als auch knienden Positionen Gewicht in den Boden ab. Dadurch können Träger des Exoskeletts mit schweren Werkzeugen hantieren, als ob sie schwerelos wären. Das ergonomische Design bewegt sich in natürlicher Weise mit dem Körper des Trägers im Einklang und lässt sich auf verschiedene Körpergrößen und Gewichtsklassen anpassen. Das Exoskelett kann mit verschiedenen mechanischen Armen genutzt werden, die auf bestimmte Werkzeuge angepasst sind. Lockheed Martin setzt das Exoskelett zu Trainings- und Testzwecken in der Flügel-Montage bei der Produktion des Flugzeugs C-130 ein. - Bild: Lockheed Martin

    Lockheed Martin: Das Exoskelett Fortis leitet sowohl in stehenden als auch knienden Positionen Gewicht in den Boden ab. Dadurch können Träger des Exoskeletts mit schweren Werkzeugen hantieren, als ob sie schwerelos wären. Das ergonomische Design bewegt sich in natürlicher Weise mit dem Körper des Trägers im Einklang und lässt sich auf verschiedene Körpergrößen und Gewichtsklassen anpassen. Das Exoskelett kann mit verschiedenen mechanischen Armen genutzt werden, die auf bestimmte Werkzeuge angepasst sind. Lockheed Martin setzt das Exoskelett zu Trainings- und Testzwecken in der Flügel-Montage bei der Produktion des Flugzeugs C-130 ein. - Bild: Lockheed Martin

  • Audi/Volkswagen Der Chairless Chair, den Audi gemeinsam mit dem Start-up Noonee weiterentwickelt hat, ist ein Exoskelett, das an der Rückseite der Beine getragen wird. Der Mitarbeiter befestigt es mit Gurten an Hüfte, Knien und Knöcheln. Zwei mit Leder bezogene Flächen stützen Gesäß und Oberschenkel, die beiden Streben aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) passen sich der Kontur der Beine an. Sie sind mit Gelenken in Kniehöhe ausgestattet und lassen sich hydraulisch an die Körpergröße des Menschen sowie die gewünschte Sitzposition anpassen. Über diese verstellbaren Elemente lässt sich das Körpergewicht in den Boden ableiten. Das Exoskelett wiegt 2,4 kg. - Bild: Volkswagen

    Audi/Volkswagen Der Chairless Chair, den Audi gemeinsam mit dem Start-up Noonee weiterentwickelt hat, ist ein Exoskelett, das an der Rückseite der Beine getragen wird. Der Mitarbeiter befestigt es mit Gurten an Hüfte, Knien und Knöcheln. Zwei mit Leder bezogene Flächen stützen Gesäß und Oberschenkel, die beiden Streben aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) passen sich der Kontur der Beine an. Sie sind mit Gelenken in Kniehöhe ausgestattet und lassen sich hydraulisch an die Körpergröße des Menschen sowie die gewünschte Sitzposition anpassen. Über diese verstellbaren Elemente lässt sich das Körpergewicht in den Boden ableiten. Das Exoskelett wiegt 2,4 kg. - Bild: Volkswagen

  • Fraunhofer IPA: Greifen, Heben und Tragen von Lasten sind praktisch mit allen körperlichen Aufgaben in der Produktion verbunden und oft zentraler Tätigkeitsinhalt der Logistik, etwa beim Palettieren, Kommissionieren und Sortieren. Diese Prozesse sind schwer bis gar nicht automatisierbar, da jeder Handgriff individuell verläuft und die planerischen Fähigkeiten des Menschen erfordert. Körpergetragene Hebehilfen bieten hier eine Kraftunterstützung, die die Arbeitskraft erhält und Muskel-Skelett-Erkrankungen vorbeugt. Das Fraunhofer IPA ist an mehreren Forschungsprojekten beteiligt und berät individuell bei der Entwicklung, Herstellung und beim Einsatz dieser Hebehilfen. - Bild: Fraunhofer IPA

    Fraunhofer IPA: Greifen, Heben und Tragen von Lasten sind praktisch mit allen körperlichen Aufgaben in der Produktion verbunden und oft zentraler Tätigkeitsinhalt der Logistik, etwa beim Palettieren, Kommissionieren und Sortieren. Diese Prozesse sind schwer bis gar nicht automatisierbar, da jeder Handgriff individuell verläuft und die planerischen Fähigkeiten des Menschen erfordert. Körpergetragene Hebehilfen bieten hier eine Kraftunterstützung, die die Arbeitskraft erhält und Muskel-Skelett-Erkrankungen vorbeugt. Das Fraunhofer IPA ist an mehreren Forschungsprojekten beteiligt und berät individuell bei der Entwicklung, Herstellung und beim Einsatz dieser Hebehilfen. - Bild: Fraunhofer IPA

  • Cyberdyne: Das Exoskelett HAL in der Ausführung Lumbar mindert das Rückenschmerzen-Risiko bei Werkern, indem es das auf den Lenden lastende Gewicht beim Heben schwerer Lasten reduziert. Das Gerät ist nach ISO13482 zertifiziert und eignet sich somit für das industrielle Umfeld. HAL unterstützt den Träger bei seinen Bewegungen, so wie er es beabsichtigt. Denn HAL kann bioelektrische Signale – also die Gehirnströme, die an die Muskeln gesendet werden und über die Haut austreten – verstehen und bewegt sich entsprechend dazu. Es eignet sich für Träger mit einer Körpergröße von 140 bis 180 cm und einem Gewicht von 40 bis 80 kg. - Bild: Cyberdyne

    Cyberdyne: Das Exoskelett HAL in der Ausführung Lumbar mindert das Rückenschmerzen-Risiko bei Werkern, indem es das auf den Lenden lastende Gewicht beim Heben schwerer Lasten reduziert. Das Gerät ist nach ISO13482 zertifiziert und eignet sich somit für das industrielle Umfeld. HAL unterstützt den Träger bei seinen Bewegungen, so wie er es beabsichtigt. Denn HAL kann bioelektrische Signale – also die Gehirnströme, die an die Muskeln gesendet werden und über die Haut austreten – verstehen und bewegt sich entsprechend dazu. Es eignet sich für Träger mit einer Körpergröße von 140 bis 180 cm und einem Gewicht von 40 bis 80 kg. - Bild: Cyberdyne