Lean Management, Industrie 4.0, Studie, Beratung Staufen, Produktivität

Bei 96 % der 1350 Industrieunternehmen, die die Unternehmensberatung Staufen befragte, wirkt sich Lean-Management positiv auf die Produktivität aus. Bild: Staufen

Lean Management hat sich in der verarbeitenden Industrie vor allem in Produktion und Logistik durchgesetzt. Das sagen 90 % beziehungsweise 69 % von 1 350 Führungskräften aus deutschen Industrie-Unternehmen, die die Beratung Staufen zusammen mit der TU Darmstadt für die Studie ‚25 Jahre Lean Management‘ befragt hat. Diese Studie liegt Produktion exklusiv vor.

Mitarbeiter in anderen Unternehmensfunktionen wie Einkauf (24 %), Verwaltung (22 %), Forschung & Entwicklung (17 %) und Vertrieb (14 %) nutzen diese Methode des schlanken Managements erst in geringem Maße. Das wird sich jedoch in den nächsten zehn Jahren grundlegend ändern. Die Führungskräfte erwarten, dass dann Lean Prinzipien verstärkt im Einkauf (63 %), in der Verwaltung (61 %), in Forschung & Entwicklung (55 %) und im Vertrieb (46 %) genutzt werden.

Bisher wirkt sich das Lean Management laut der Studie vor allem positiv auf die Produktivität, die Durchlaufzeit, die Wettbewerbsfähigkeit sowie den ökonomischen Erfolg aus (siehe Graphik).

Dagegen sind die Folgen für Innovationsfähigkeit und für Führungsstil eher negativ. Dabei unterscheiden sich die Resultate in Abhängigkeit davon, wie weit die Unternehmen schon Methoden des Lean Managements etabliert haben.

"Schlanke Produktion bleibt das führende System“

Bei Firmen, bei denen auch die indirekten Bereiche den Lean-Prinzipien folgen und Strategie und Organisation umfassend die Lean-Philosophie umsetzen (Stufe 3/4 nach Staufen-Nomenklatura), sind die Auswirkungen auf Produktivität (99 %), Durchlaufzeit (98 %), Wettbewerbsfähigkeit (94 %) und ökonomischen Erfolg (94 %) wesentlich höher als bei Betrieben, die nur einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess etabliert haben (Stufe 1). Insbesondere stellen Firmen der Stufe 3/4 auch positive Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit (91 %), auf die Unternehmenskultur (87 %), auf den Führungsstil (82 %) und die Innovationsfähigkeit (77 %) fest.

Nach Ansicht von Professor Dr.-Ing. Joachim Metternich, Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen der TU Darmstadt, der die Studie begleitet hat, bleibt „schlanke Produktion das führende System“. Sie biete einen wertebasierten Ansatz, um Mitarbeiter für Verbesserungsaktivitäten zu engagieren. „Sie schafft die Standards und das Managementsystem – den Kontext für Big Data“, meint Metternich.

„Auch Lean hat sich in 25 Jahren verändert“, ergänzt Daniel T. Jones, der mit James P. Womack und Daniel Ross das Buch ‚The Machine That Changed the World‘ geschrieben hat, das vor 25 Jahren auf Deutsch erschien. „Anfangs konzentrierten wir uns auf die Lean Werkzeuge, dann darauf, ein Managementsystem aufzubauen, das diese unterstützt. Und dann auf eine Transformationsmethode, um eine Organisation zu verändern.“

Mittlerweile bezeichnen die In dustrie-Unternehmen Lean-Management-Methoden als wichtig bei dem Übergang zur Smart Factory. Sie heben dabei vor allem die Themen Prozessoptimierung und Verschwendungsreduzierung (66 %), Reduzierung der Durchlauf- und Rüstzeiten (55 %), eine wertstromorientierte Organisa tion (52 %) und Varianten- und Kom plexitätsmanagement (52 %) als sehr wichtig hervor.

Auch bei dem Trend zur stärkeren Individualisierung – Losgröße 1 – soll Lean Management helfen. So geben 41 % der Unternehmen auf der Lean-Stufe 3/4 an, dass die Methode sie bei der stärkeren Individualisierung unterstützt.

Weitere Informationen: http://www.best-practice-day.com

Lean Management, Produktivität, Beratung Staufen
96 % von 1350 befragten Firmen berichten, dass sich Lean Management positiv oder eher positiv auf die Produktivität auswirkt. Bild: Staufen/Produktion