Schindler- Xpertiso

Die Mitarbeiter von Schindler bekommen einen Sonderbonus, wenn sie eine neue Stufe der Effizienzsteigerung erreicht haben. - Bild: Xpertiso

Der nachhaltige Erfolg von Qualifizierungen und Trainings hängt jedoch maßgeblich von der Strategie ab. In der Prager Lernfabrik von Xpertiso hat Schindler seine Mitarbeiter praxisnah zum Thema Lean geschult.

Damit es nicht wie damals in der Schule zugeht – einmal kurz gelernt, dann gleich vergessen setzen die Xpertiso-Lernfabriken, eine Kooperation des verlags moderne industrie und der Managementberatung ROI Consulting, auf Trainings, bei denen die Inhalte 'erlebt' werden.

Die richtige Trainingsart wählen

Für eine erfolgreiche Qualifizierungsstrategie kommt es vor allem auf eine genaue Analyse an, wer mit welchem Ziel trainiert werden sollte. Wer braucht nur die Grundlagen, wer ist Potenzialträger oder Multiplikator? Auch die richtige Wahl von Trainingsarten ist wichtig.

Ein Thema wie E-Learning beispielsweise ist sinnvoll, um Grundlagen zu schaffen, Begrifflichkeiten kennenzulernen und später sein Wissen zu checken. „Wenn jemand in die Lage versetzt werden soll, das Gelernte im eigenen Praxisumfeld umzusetzen, dann sind jedoch Face-to-Face-Trainings nötig, um Fragen stellen und von den Fragen der anderen lernen zu können“, erklärt Xpertiso-Geschäftsleiterin Rosalind Hungerland.

Zum Erfolg gehört aber auch die Nachhaltigkeit des Erlernten. Nicht zu allen Unternehmenskulturen und arbeitsrechtlichen Vorgaben passt eine Prüfung. Um die Nachhaltigkeit von Qualifizierungsmaßnahmen sicherzustellen, sei es jedoch essenziell, nach dem Training direkt mit Maßnahmen in der Praxis zu beginnen und Rückfragen im Rahmen von anschließenden Coachings zu klären, rät Hungerland.

Lean-Offensive bei Schindler

Der Aufzug- und Fahrtreppenhersteller Schindler hat die Lernfabrik für eine groß angelegte Lean-Offensive genutzt. Rund eine Mrd Menschen bewegt das das 1874 gegründete Unternehmen täglich weltweit. Schindler ist der einzige Anbieter in diesem Marktsegment, der seine Produktion noch komplett in Europa mit über 85 % EU-Beschaffung hat und nicht offshore.

Um näher an Kunden mit spezifischen Fahrtreppen zu bleiben, zum Beispiel bei Public-Transport-Projekten wie London Underground oder Pariser Metro, müssen die Preisvorteile in Billiglohnländern durch Effizienzsteigerungen wettgemacht werden.

Dafür brachte Nebojsa Kljajic, Geschäftsführer des Schindler Escalators-Produktionswerks und der Schindler-Gießerei in Österreich, das Thema Lean ins Spiel. Kljajic selbst wurde von Kazumi Nakada ausgebildet, damals Executive Lean Managing Director bei Toyota.

Zunächst schulte man in Zusammenarbeit mit ROI Consulting und der Xpertiso Lernfabrik das obere Management, darunter Production-, Quality- und Plant-Manager, in drei Tagen in der Lernfabrik in Prag. Danach war das mittlere Management, zum Beispiel Logistik- und Quality-Shift-Leader, an der Reihe und schließlich operative Mitarbeiter, die wiederum ihr Wissen an die Kollegen in glei­­cher Position weitergeben sollten. „Insgesamt haben rund hundert Schlüsselpersonen aus der Produktion das praxisbezogene Lean-Training absolviert“, sagt Kljajic.