Das Unternehmen kündigte an, in der zweiten Hälfte seines Geschäftsjahres 650 Millionen Dollar

Das Unternehmen kündigte an, in der zweiten Hälfte seines Geschäftsjahres 650 Millionen Dollar einsparen und im Rahmen dessen 3.200 Stellen streichen zu wollen. - Bild: Lenovo

Der chinesische Computerriese Lenovo reagiert auf den weltweit schrumpfenden PC- und zunehmend gesättigten Smartphone-Markt in seinem Heimatland mit dem Abbau von 3.200 Stellen im Nicht-Produktionsbereich.

Im ersten Quartal sind dem weltgrößten PC-Hersteller nach Verkaufszahl die Gewinne weggebrochen. Analysten hatten allerdings mit Schlimmerem gerechnet. Die Aktien von Lenovo sanken nach Bekanntgabe der Quartalszahlen dennoch auf den niedrigsten Stand seit fast 18 Monaten.

Der Nettogewinn brach in dem im Juni geendeten Berichtszeitraum um knapp 51 Prozent auf 105 Millionen US-Dollar ein. Analysten hatten mit einem Ergebnis von lediglich 86,7 Millionen Dollar gerechnet. Der Umsatz legte im Jahresvergleich leicht zu, und zwar auf 10,7 Milliarden Dollar nach 10,4 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal.

Das Unternehmen kündigte an, in der zweiten Hälfte seines Geschäftsjahres 650 Millionen Dollar einsparen und im Rahmen dessen 3.200 Stellen streichen zu wollen.

Reduzierung der PC-Geschäft-Kosten

“Wir werden die Kosten in unserem PC-Geschäft reduzieren und die Effizienz steigern, um die Branchenkonsolidierung auszugleichen und den Marktanteil sowie die Rentabilität zu steigern”, teilte CEO Yang Yuanqing bei der Bilanzvorlage mit. Er sprach von dem “schwierigsten Marktumfeld in den vergangenen Jahren” und kündigte die Restrukturierung des Handygeschäfts an. Lenovo will demnach weniger Modelle auf den Markt bringen und sich stärker auf die jüngst zugekaufte Motorola-Marke konzentrieren. Der Konzern werde im zweiten Quartal 900 Millionen Dollar an Kosten für Restrukturierung und Clearing der Smartphone-Lagerbestände verbuchen, hieß es.

Lenovo ringt dieses Jahr in einem schwierigen Marktumfeld mit der Integration des Smartphone-Herstellers Motorola Mobility und der x86-Serversparte von IBM. Die beiden Großzukäufe hatten Lenovo im vergangenen Jahr knapp 5 Milliarden Dollar gekostet.

Angesichts makroökonomischer Trends sind Analysten bärisch bezüglich des kurzfristigen Performance-Ausblicks von Lenovo. Der weltweite PC-Markt schrumpfte im zweiten Quartal um 11,8 Prozent. Auch auf dem chinesischen Smartphone-Markt wurde im ersten Quartal eine Kontraktion verzeichnet, und zwar das erste Mal seit Jahren, wie aus Daten des Marktforschungsunternehmens IDC hervorgeht.

“Unter dem Eindruck der schwächeren Positionen von Lenovo und Motorola in einem extrem umkämpften Markt mit wenig Wachstum sehen wir nur begrenzte Chancen für eine Wiederbelebung”, schrieb die Research-Firma Jefferies in einer Investorenmitteilung Anfang August.

Lenovo kann seinen fünften Platz nicht verteidigen

Lenovo war laut Counterpoint Research im zweiten Quartal mit einem Marktanteil von 4,5 Prozent der fünftgrößte Smartphone-Hersteller nach Zahl der verkauften Einheiten weltweit. Seine chinesischen Rivalen Huawei Technologies und Xiaomi verdrängten den Konzern demnach von dem dritten Platz, den Lenovo noch im ersten Quartal innehatte. Laut Marktforschungsinstitut Gartner verteidigte das Unternehmen indes auf dem PC-Markt im zweiten Quartal seine Spitzenposition mit einem Marktanteil von 19,7 Prozent. Allerdings sank die Zahl der verkauften PCs im Jahresvergleich das erste Mal seit dem zweiten Quartal 2013.

CFO Wong Waiming sagte bei der Telefonkonferenz am Donnerstag zur Bilanzvorlage, er rechne nur mit einer begrenzten Auswirkung durch die Yuan-Abwertung diese Woche, da Lenovos Hauptgeschäftswährung der US-Dollar sei und das Unternehmen sich zudem gegen Währungsrisiken abgesichert habe. Die Abwertung sei auch nicht groß genug, um die Nachfrage in China zu belasten, und etwaige Kosten würden entweder durch die Hersteller oder Kunden aufgefangen werden, erklärte er.

Dow Jones Newswires/Andrea Hecht