Volle Auftragsbücher: Der Nürnberger Autozulieferer Leoni sieht sich nach einem Umsatzanstieg im

Volle Auftragsbücher: Der Nürnberger Autozulieferer Leoni sieht sich nach einem Umsatzanstieg im vergangenen Jahr auf Kurs zu seinen Zielen für 2016. - Bild: Leoni

Der Automobilzulieferer Leoni hat Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr zwar gesteigert, ergebnisseitig jedoch etwas schlechter abgeschnitten als von Analysten erwartet.

Die eigene, zuvor gesenkte EBIT-Prognose konnte der Kabel- und Bordnetzhersteller gerade so erreichen. Für das laufende Jahr erwarten die Nürnberger weitere Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis. Eine konkrete Prognose für dieses Jahr wird die Leoni AG jedoch erst zur Bilanzpressekonferenz am 17. März bekannt geben.

Insgesamt steigerte der MDAX-Konzern die Erlöse nach vorläufigen Zahlen auf einen Rekordwert von 4,1 Milliarden Euro von rund 3,9 Milliarden im Vorjahr und erfüllte damit punktgenau die eigenen Ziele. Vor Zinsen und Steuern (EBIT) blieben davon 182,5 Millionen Euro übrig, nach 163 Millionen Euro vor einem Jahr. Die Nürnberger selbst hatten sich für das vergangene Jahr zuletzt noch ein EBIT von mehr als 180 Millionen Euro vorgenommen, nach zuvor mehr als 200 Millionen. Analysten hatten im Mittel ein EBIT von 187 Millionen Euro prognostiziert.

Nach Steuern und Dritten kletterte der Gewinn 2014 auf 115,1 von knapp 106 Millionen Euro. Von Oktober bis Dezember verdiente Leoni vor Zinsen und Steuern 49,8 Millionen nach 48,8 Millionen Euro im vierten Quartal 2013. Auch im Schlussquartal waren laut Leoni eine starke Nachfrage der Automobilindustrie und im Bereich der Industrieanwendungen der wesentliche Treiber des Geschäfts.

Renditeziel für 2016 noch in weiter Ferne

Im Gesamtjahr wurde das Ergebnis vor allem durch hohe Anlaufkosten für neue Aufträge im Geschäft mit Bordnetzen, also der Komplettverkabelung von Fahrzeugen, belastet. Für solche Aufträge braucht es viel Vorbereitung für die Umstellung von Maschinen, die Schulung von Mitarbeitern oder auch durch die Neueinstellung von Personal. Deshalb hatte der Konzern bereits im Oktober seine Gewinnprognose gekappt.

Schon im Jahr 2013 verfehlte das Unternehmen das ursprünglich angepeilte Gewinnziel. So verdienten die Nürnberger damals nur rund 163 statt der angepeilten rund 170 Millionen Euro. Damals hatten unter anderem Restrukturierungsmaßnahmen das Ergebnis belastet. Vom Niveau aus dem Jahr 2012, als die Nürnberger einen operativen Gewinn von knapp 236 Millionen Euro erwirtschafteten, ist der MDAX-Konzern damit auch im vergangenen Jahr noch weit entfernt gewesen.

Die Mittelfristziele für das Jahr 2016 bestätigte Leoni am Donnerstag. Bis zum Jahr 2016 wollen die Franken demnach die Umsatzmarke von 5 Milliarden Euro knacken und dabei eine Umsatzrendite von sieben Prozent erwirtschaften.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke