FRANKFURT (Dow Jones/ks)–”2011 sollte für Leoni ein Rekordjahr werden, das gilt nicht nur für den Umsatz, sondern auch für das EBIT”, kündigte Vorstandsvorsitzender Klaus Probst in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ – Montagausgabe) an. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern soll damit den 2007 erzielten Höchstwert von 138 Mio Euro übertreffen. Bislang galt die Rekordaussage nur für den Konzernumsatz.

Doch auch für den Umsatz ist Probst jetzt zuversichtlicher. Sprach er bislang von 3 Mrd Euro, rechnet er jetzt mit mindestens 3,1 Mrd Euro – vorausgesetzt, der Kupferpreis schlägt keine Kapriolen. Dessen Preisveränderungen werden an die Kunden durchgereicht, schlagen sich aber im Umsatz nieder.

Die Zuversicht des Managers resultiert aus der guten Auftragslage und dem gelungenen Geschäftsjahr 2010. Die eigenen Ziele für 2010 habe Leoni sicher erreicht, sagte Probst. “In allen Prognose-Kennzahlen haben wir den Korridor leicht überschritten.” Das gilt für den Umsatz, der mit 2,8 (Vj 2,2) Mrd Euro avisiert ist, und das EBIT, das 120 (Vj minus 116) Mio Euro erreichen sollte, wie auch den Jahresüberschuss mit 50 Mio bis 55 (minus 138) Mio Euro. Zur Dividende äußerte sich Probst nicht. Er hatte früher schon betont, ein Drittel des Nettoergebnisses ausschütten zu wollen.

Probst zeigte sich auch für das kommende Jahr zuversichtlich. Am Ziel einer Umsatzrendite, bezogen auf das EBIT von 7%, hält er fest, selbst wenn es nach rund 4,5% im vergangenen Jahr noch ein weiter Weg ist. Nun schraubt er den Anspruch für die Rentabilität auf das eingesetzte Kapital (ROCE) hoch. “Wir erhöhen unser Ziel für die Kapitalrendite im Jahr 2012 von 18% auf 20%”, kündigt er an. “Das alles unterstreicht unsere Zuversicht und die Verlässlichkeit unserer Planung”, betont er. “Sie ist nicht auf Kante genäht.”

Handlungsbedarf gibt es aber in Sachen schwacher Kapitalausstattung. Eindeutig zu niedrig sei die Eigenkapitalquote von 23%. “Wir schließen nicht aus, in diesem Jahr eine kleine Kapitalerhöhung vorzunehmen, um Investitionen und vielleicht kleinere Zukäufe zu finanzieren”, kündigte Probst an. Die Sachinvestitionen sollen von 110 Mio Euro im vergangenen Jahr auf “140 Mio Euro plus x” steigen.

Damit ist auch Positives für die Beschäftigung zu erwarten. “Unser Wachstumsprogramm für die nächsten drei Jahre sieht vor, neue Mitarbeiter einzustellen, auch in Deutschland”, kündigt Probst an. Hierzulande könnten 100 bis 200 neue Arbeitsplätze entstehen. Derzeit gibt es im Inland 3.850 Beschäftigte. Der mit Abstand größte Teil der insgesamt 55.000 Mitarbeiter ist im Ausland tätig.