Leoni hat seine Ziele 2017 übertroffen.

Leoni hat seine Ziele 2017 übertroffen. - Bild: Leoni

„Leoni ist 2017 wieder auf die Erfolgsspur zurückgekehrt“, betont Karl Gadesmann, Sprecher des Vorstands der Leoni AG. „Wir haben uns operativ deutlich verbessern können und gleichzeitig die strategische Neupositionierung des Konzerns vorangetrieben.“

Die Nachfrage nach Leonis Produkten, Systemen und Dienstleistungen entwickelte sich im Jahresverlauf insgesamt erfreulich und mit steigender Tendenz. Mit einem Umsatz von knapp 1,3 Milliarden Euro im 4. Quartal 2017 (Vorjahr: 1,1 Milliarden Euro) ist es gelungen, die Erlöse im Gesamtjahr über den zuletzt prognostizierten Wert von 4,8 Milliarden Euro hinaus zu steigern. Der Großteil des Wachstums wurde organisch erzielt.    

Operatives Ergebnis deutlich verbessert

Beim EBIT hat Leoni den vorläufigen Berechnungen zufolge mit 226 Millionen Euro ebenfalls den erwarteten Wert von 220 Millionen Euro übertroffen und damit eine EBIT-Marge von 4,6 Prozent (Vorjahr: 1,8 Prozent) erzielt. Bei dem deutlichen Anstieg des EBIT um etwa 190 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist zu berücksichtigen, dass das Unternehmen im Geschäftsjahr 2017 mit dem Verkauf eines Geschäftsbereichs und einer Versicherungsentschädigung von zwei positiven Sondereffekten profitierte, die das Ergebnis zusammen um rund 30 Millionen Euro erhöhten.

Dagegen war das Geschäftsjahr 2016 von Restrukturierungsaufwendungen und einem Betrugsschaden in Höhe von insgesamt etwa 70 Millionen Euro belastet. Um die genannten Effekte bereinigt, hat sich das operative Ergebnis um annähernd ein Drittel von 148 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 195 Millionen Euro verbessert.

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    Offiziell wurde Leoni 1917 gegründet. Doch die Wurzeln des Unternehmens reichen zurück ins Jahr 1569, als der aus Lyon stammende Franzose Anthoni Fournier damit beginnt, in Nürnberg so genannte Leonische Waren herzustellen: vergoldete und versilberte Fäden und Drähte, die vor allem in kostbaren Stickereien verwendet werden. - Bild: Leoni

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    Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelt Joseph-Marie Jacquard den mechanischen Webstuhl technologisch weiter. Mit dieser Vorrichtung können Leonische Waren erstmals in großgemusterte Gewebe eingebracht werden. - Bild: Leoni

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    Die Herstellung Leonischer Waren boomt bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die glitzernden Gespinste und dekorativen Perldrähte sind im klerikalen, aber auch im zivilen Bereich gefragt. Die Region Nürnberg ist ein Zentrum dieses Gewerbes. Doch ein Modewandel und die Folgen des 1. Weltkriegs führen zu einem dramatischen Rückgang der Produktion: Textilprodukte wie Bourdon, Gallon, Brokat, Quasten oder Fransen sind kaum mehr gefragt. - Bild: Leoni

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    Leoni verlegt den Produktionsschwerpunkt in den 1920er Jahren zunächst auf elektrische Drähte und Litzen. Am traditionsreichen Standort in Roth gewinnt dann die Fertigung von Lackdraht und isolierten Kabeln an Bedeutung. Noch immer ist die Verarbeitung des Rohmaterials Kupfer eine harte Arbeit. Im Walzwerk ist Muskelkraft nötig. - Bild: Leoni

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    Die Mitarbeiter am Standort Roth verarbeiten tonnenweise Kupfer, indem sie das Ausgangsmaterial in zahlreichen Arbeitsschritten zu immer dünneren Drähten herunterziehen. Je feiner der Draht, desto größer die Flexibilität der Litze, die aus mehreren Drähten verdrillt wird. - Bild: Leoni

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    Nach dem zweiten Weltkrieg beginnt die Fertigung von Anschlussleitungen für Elektrogeräte, die in steigender Zahl auf dem Markt kommen. Im Laufe der Jahrzehnte diversifizieren sich die Einsatzmöglichkeiten und Anforderungen an Kabel und Leitungen immer stärker. Leoni stellt vom miniaturisierten Kabel für die Endoskopie bis zum armdicken Spezialkabel eine immense Palette an Produkten her. - Bild: Leoni

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    Mit zunehmender Komplexität der Anwendungen wandeln sich auch die Produkte von Leoni. Das Unternehmen entwickelt sich zum Systempartner und liefert vermehrt konfektionierte Kabel und einbaufertige Systeme, zum Beispiel für die Medizintechnik. Ausgestattet werden zum Beispiel Zahnarztstühle, Magnetresonanztomographen oder Röntgengeräte. - Bild: Leoni

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    Eine hochkomplexe Entwicklung aus dem Bereich der Robotik stellt das Patientenpositionierungssystems LEONI ORION dar. Es besteht aus einem Roboter mit sechs Freiheitsgraden, der für die medizinische Behandlung entscheidende Vorteile durch optimierte Sicherheit sowohl für den Patienten als auch für Mitarbeiter in der Strahlentherapie bietet. - Bild: Leoni

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    Der wichtigste Kundenkreis von Leoni ist die Automobilindustrie. Das Unternehmen stellt zum einen Fahrzeugleitungen als Meterware her und ist auf diesem Gebiet heute Weltmarktführer. Zum anderen werden seit den 50er Jahren komplette Bordnetz-Systeme hergestellt, die alle elektrischen und elektronischen Komponenten im Auto verbinden. In einem gut ausgestatteten Mittelklassefahrzeug befinden sich etwa 3.000 Meter Kabel. - Bild: Leoni

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    Bordnetz-Systeme entstehen überwiegend in Handarbeit. Zwar sind Teile der Fertigung wie das Ablängen oder das Anbringen von Kontakten heutzutage automatisierbar, doch die meisten Arbeiten an dem biegeschlaffen und komplexen Produkt werden weiterhin von Menschenhand erledigt. - Bild: Leoni

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    Die Fertigung von Kabelsätzen und Bordnetzen für die europäischen Kunden findet größtenteils in Osteuropa und Nordafrika statt. Leoni beschäftigt insgesamt weit mehr als 20.000 Menschen in Tunesien, Marokko und Ägypten. Die Just-in-time-Logistik zu den europäischen Werken der Kunden ist eine filigrane Angelegenheit. - Bild: Leoni

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    Neue Ideen für Produkte, Verfahren oder Anwendungsmöglichkeiten kennzeichnen Leoni seit jeher. Mit der Erfindung des formstabilen Kabelsatzes Anfang der 90er Jahre gelingt es dem Unternehmen, Produkte herzustellen, die nicht nur widerstandsfähiger gegen mechanische Belastungen sind, sondern den Kunden beim Einbau ins Fahrzeug eine Zeitersparnis bringen. Der formstabile Motorkabelsatz für Euro-6-Nutzfahrzeuge markiert den vorerst letzten Stand der Entwicklung. - Bild: Leoni

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    Für (teil-)elektrisch betriebene Fahrzeuge liefert Leoni seit rund 20 Jahren spezielle Produkte, und das Portfolio umfasst angesichts der wachsenden Dynamik dieses Marktsegments ein stetig wachsendes Angebot an Hochvolt-Produkten, die Spannungen von 600 Volt oder mehr standhalten. Die Kabel müssen auch gesonderte Sicherheitsanforderungen erfüllen. - Bild: Leoni

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    Zusätzlich zum herkömmlichen 12-Volt-Bordnetz benötigen Stromer und Hybridfahrzeuge auch einen Hochvolt-Kabelsatz, der unter anderem die Batterie, den E-Motor und das Lademodul miteinander verbindet. Weiterhin entwickeln die Ingenieure von Leoni derzeit Lösungen wie gekühlte Ladekabel, die kürzere Ladezeiten ermöglichen und damit helfen, Elektromobilität alltagstauglich zu machen. - Bild: Leoni

Im vierten Quartal 2017 standen den zusätzlichen Deckungsbeiträgen aus dem Mehrumsatz erhöhte Ausgaben gegenüber – insbesondere für Vorleistungen und Anlaufkosten für Bordnetz-Projekte an neuen Standorten sowie Investitionen in die Digitalisierung.

Eine umfassende Berichterstattung wird mit der Vorlage der endgültigen Jahreszahlen im Rahmen der Bilanzpressekonferenz sowie der Analysten- und Investorenkonferenz am 20. März 2018 erfolgen. Dann wird Leoni auch eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr bekannt geben.

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