Leoni Verlust

Leoni hat im zweiten Quartal 2016 weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. - Bild: Leoni

Der Hersteller von Kabeln und Bordnetzen hatte bereits Mitte Juli vorläufige Ergebnisse präsentiert. Auf den weiteren Jahresverlauf blickt Leoni dennoch etwas optimistischer. Die "konservative" Prognose wolle man "mindestens" erreichen, hieß es in der Mitteilung.

Leoni begründete die Pflichtmitteilung Mitte Juli mit besseren Ergebnissen als am Markt zuvor erwartet worden seien. Im zweiten Quartal erzielte der Automobilzulieferer ein operatives Ergebnis von rund 38 Millionen Euro, um Restrukturierungskosten bereinigt von rund 56 Millionen Euro. Im Vorjahr lag das bereinigte EBIT bei rund 52 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr belasteten Restrukturierungsaufwendungen von insgesamt rund 21 Millionen Euro das Ergebnis. Der Umsatz im zweiten Quartal lag bei 1,148 Milliarden Euro nach 1,156 Milliarden im Vorjahr.

Das EBIT war nach Unternehmensangaben von operativen Verbesserungen sowie durch positive Sondereffekte, im Wesentlichen aus Währungsveränderungen und der Auflösung von Rückstellungen, begünstigt und habe die Erwartungen des Marktes übertroffen, hieß es bereits damals.

Für das zweite Halbjahr geht Leoni davon aus, einen saisonal bedingt leicht niedrigeren Umsatz und ein entsprechend geringeres Konzern-EBIT zu erzielen als in der ersten Jahreshälfte. Zudem sei jedoch mit ähnlich hohen positiven Ergebnis-Sondereffekten zu rechnen wie im bisherigen Jahresverlauf, hieß es in der Mitteilung.

Leoni blickt deshalb etwas optimistischer auf die nächsten Monate. Die "konservativ einzuschätzende" Jahresprognose von einem Konzernumsatz von rund 4,4 Milliarden Euro und einem Konzern-EBIT von etwa 105 Millionen Euro will das Unternehmen "mindestens" erreichen. Darin enthalten seien bereits Restrukturierungsaufwendungen von rund 30 Millionen Euro.

Leoni hatte im vergangenen Herbst die Prognose für das vergangene Jahr sowie auch die Mittelfrist-Ziele für 2016 gekappt. Schwierigkeiten hatte dem Unternehmen seit Monaten das Geschäft mit Bordnetzen gemacht, also der Komplettverkabelung von Autos.

Erst kürzlich hatte Leoni bekanntgegeben, dass der zuständige Spartenvorstand Frank Hiller bereits zum Ende des Jahres auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlassen werde. Er hatte den Job erst im Januar dieses Jahres angetreten und sollte die kriselnde Bordnetz-Sparte sanieren.