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Leoni will 2017 mehr verdienen. - Bild: Leoni

Dieses Jahr soll der Umsatz auf rund 4,6 von 4,4 Milliarden Euro steigen. Das EBIT sieht der im MDAX notierte Konzern zwischen 180 bis 200 Millionen Euro. 2016 brach das EBIT belastet von einem Betrugsfall und Kosten für die Sanierung des Unternehmens auf 78 von 151 Millionen Euro ein.

In dem Ergebnis sind Belastungen von rund 31 Millionen für die Restrukturierung und rund 40 Millionen Euro aus dem Betrugsfall enthalten. Bereinigt um Sondereinflüsse sei das operative Ergebnis um 12 Prozent gestiegen. Der Umsatz sank leicht auf 4,4 (Vorjahr 4,5) Milliarden Euro.

Leoni war vergangenes Jahr Opfer eines Internetbetrugs geworden, bei dem Identitäten und Dokumente gefälscht wurden. In der Folge waren 40 Millionen Euro auf Konten im Ausland transferiert worden. Leoni musste in Folge die Jahresprognose kappen. Aktuell rechnet das Unternehmen nicht damit, "substanzielle Gelder" aus dem Betrugsskandal wieder zu bekommen.

Mittelfristig will das Unternehmen ein organisches Umsatzwachstum von 4 bis 5 Prozent pro Jahr erzielen. 2019 soll die EBIT-Marge des Konzerns im mittleren einstelligen Prozent-Bereich liegen. Vergangenes Jahr lag diese bei 1,8 Prozent nach 3,4 Prozent 2015.

100 Jahre Leoni: Die Geschichte in Bildern

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    Offiziell wurde Leoni 1917 gegründet. Doch die Wurzeln des Unternehmens reichen zurück ins Jahr 1569, als der aus Lyon stammende Franzose Anthoni Fournier damit beginnt, in Nürnberg so genannte Leonische Waren herzustellen: vergoldete und versilberte Fäden und Drähte, die vor allem in kostbaren Stickereien verwendet werden. - Bild: Leoni

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    Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelt Joseph-Marie Jacquard den mechanischen Webstuhl technologisch weiter. Mit dieser Vorrichtung können Leonische Waren erstmals in großgemusterte Gewebe eingebracht werden. - Bild: Leoni

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    Die Herstellung Leonischer Waren boomt bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die glitzernden Gespinste und dekorativen Perldrähte sind im klerikalen, aber auch im zivilen Bereich gefragt. Die Region Nürnberg ist ein Zentrum dieses Gewerbes. Doch ein Modewandel und die Folgen des 1. Weltkriegs führen zu einem dramatischen Rückgang der Produktion: Textilprodukte wie Bourdon, Gallon, Brokat, Quasten oder Fransen sind kaum mehr gefragt. - Bild: Leoni

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    Leoni verlegt den Produktionsschwerpunkt in den 1920er Jahren zunächst auf elektrische Drähte und Litzen. Am traditionsreichen Standort in Roth gewinnt dann die Fertigung von Lackdraht und isolierten Kabeln an Bedeutung. Noch immer ist die Verarbeitung des Rohmaterials Kupfer eine harte Arbeit. Im Walzwerk ist Muskelkraft nötig. - Bild: Leoni

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    Die Mitarbeiter am Standort Roth verarbeiten tonnenweise Kupfer, indem sie das Ausgangsmaterial in zahlreichen Arbeitsschritten zu immer dünneren Drähten herunterziehen. Je feiner der Draht, desto größer die Flexibilität der Litze, die aus mehreren Drähten verdrillt wird. - Bild: Leoni

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    Nach dem zweiten Weltkrieg beginnt die Fertigung von Anschlussleitungen für Elektrogeräte, die in steigender Zahl auf dem Markt kommen. Im Laufe der Jahrzehnte diversifizieren sich die Einsatzmöglichkeiten und Anforderungen an Kabel und Leitungen immer stärker. Leoni stellt vom miniaturisierten Kabel für die Endoskopie bis zum armdicken Spezialkabel eine immense Palette an Produkten her. - Bild: Leoni

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    Mit zunehmender Komplexität der Anwendungen wandeln sich auch die Produkte von Leoni. Das Unternehmen entwickelt sich zum Systempartner und liefert vermehrt konfektionierte Kabel und einbaufertige Systeme, zum Beispiel für die Medizintechnik. Ausgestattet werden zum Beispiel Zahnarztstühle, Magnetresonanztomographen oder Röntgengeräte. - Bild: Leoni

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    Eine hochkomplexe Entwicklung aus dem Bereich der Robotik stellt das Patientenpositionierungssystems LEONI ORION dar. Es besteht aus einem Roboter mit sechs Freiheitsgraden, der für die medizinische Behandlung entscheidende Vorteile durch optimierte Sicherheit sowohl für den Patienten als auch für Mitarbeiter in der Strahlentherapie bietet. - Bild: Leoni

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    Der wichtigste Kundenkreis von Leoni ist die Automobilindustrie. Das Unternehmen stellt zum einen Fahrzeugleitungen als Meterware her und ist auf diesem Gebiet heute Weltmarktführer. Zum anderen werden seit den 50er Jahren komplette Bordnetz-Systeme hergestellt, die alle elektrischen und elektronischen Komponenten im Auto verbinden. In einem gut ausgestatteten Mittelklassefahrzeug befinden sich etwa 3.000 Meter Kabel. - Bild: Leoni

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    Bordnetz-Systeme entstehen überwiegend in Handarbeit. Zwar sind Teile der Fertigung wie das Ablängen oder das Anbringen von Kontakten heutzutage automatisierbar, doch die meisten Arbeiten an dem biegeschlaffen und komplexen Produkt werden weiterhin von Menschenhand erledigt. - Bild: Leoni

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    Die Fertigung von Kabelsätzen und Bordnetzen für die europäischen Kunden findet größtenteils in Osteuropa und Nordafrika statt. Leoni beschäftigt insgesamt weit mehr als 20.000 Menschen in Tunesien, Marokko und Ägypten. Die Just-in-time-Logistik zu den europäischen Werken der Kunden ist eine filigrane Angelegenheit. - Bild: Leoni

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    Neue Ideen für Produkte, Verfahren oder Anwendungsmöglichkeiten kennzeichnen Leoni seit jeher. Mit der Erfindung des formstabilen Kabelsatzes Anfang der 90er Jahre gelingt es dem Unternehmen, Produkte herzustellen, die nicht nur widerstandsfähiger gegen mechanische Belastungen sind, sondern den Kunden beim Einbau ins Fahrzeug eine Zeitersparnis bringen. Der formstabile Motorkabelsatz für Euro-6-Nutzfahrzeuge markiert den vorerst letzten Stand der Entwicklung. - Bild: Leoni

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    Für (teil-)elektrisch betriebene Fahrzeuge liefert Leoni seit rund 20 Jahren spezielle Produkte, und das Portfolio umfasst angesichts der wachsenden Dynamik dieses Marktsegments ein stetig wachsendes Angebot an Hochvolt-Produkten, die Spannungen von 600 Volt oder mehr standhalten. Die Kabel müssen auch gesonderte Sicherheitsanforderungen erfüllen. - Bild: Leoni

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    Zusätzlich zum herkömmlichen 12-Volt-Bordnetz benötigen Stromer und Hybridfahrzeuge auch einen Hochvolt-Kabelsatz, der unter anderem die Batterie, den E-Motor und das Lademodul miteinander verbindet. Weiterhin entwickeln die Ingenieure von Leoni derzeit Lösungen wie gekühlte Ladekabel, die kürzere Ladezeiten ermöglichen und damit helfen, Elektromobilität alltagstauglich zu machen. - Bild: Leoni