Hess ist einer der international führenden Hersteller von gestalteten Außenleuchten. Bild: Hess

Hess ist einer der international führenden Hersteller von gestalteten Außenleuchten. Bild: Hess

Villingen / Schwenningen (ba). Der Schritt zur Insolvenz kommt nicht überraschend. Anfang vergangener Woche hatte der Leuchtenhersteller aus dem Schwarzwald bereits mitgeteilt, dass bei verschiedenen Tochtergesellschaften akuter Liquiditätsbedarf besteht.

Nun erklärte der Mittelständler, der sich erst im Oktober vergangenen Jahres an die Börse gewagt hatte, dass die liquiden Mittel nicht mehr ausreichen würden, um die fälligen Verbindlichkeiten der Hess AG zu decken. Zudem komme die größte Aktionärin, die Hess Grundstücksverwaltungs GmbH & Co. KG der Familie Hess, Zahlungspflichten nicht nach und sei auch sonst nicht zu ausreichenden Sanierungsbeiträgen bereit.

Entsprechend negativ beurteilt der Vorstand die Aussichten des in dritter Generation geführten Familienunternehmens. Zum einen sei die Finanzierung des Geschäftsbetriebs für dieses und nächstes Jahr nicht gesichert, zum andern würden wegen möglicher Anlegerklagen auch keine hinreichenden Aussichten auf eine kurzfristige Kapitalspritze durch Investoren bestehen. Dennoch soll zunächst versucht werden, den operativen Geschäftsbetrieb im Rahmen eines Insolvenzverfahrens zu sanieren.

Der neue Vorstand Till Becker hat somit an mehreren Fronten gleichzeitig zu kämpfen. Denn die Hess AG steht kaum ein halbes Jahr nach ihrem Börsengang unter Verdacht, die Bilanzen 2011 und 2012 geschönt zu haben. Vor diesem Hintergrund mussten Vorstandschef Christoph Hess sowie Finanzvorstand Peter Ziegler vor zweieinhalb Wochen ihren Hut nehmen.