Wolfgang Büchele

Für Büchele (Bild) und Reitzle bleibt also eine Menge zu tun, und eine gute Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat dürfte für ein erfolgreiches Agieren eine unabdingbare Voraussetzung sein. - Bild: Linde

Dieser soll nach der gesetzlich vorgeschriebenen Abkühlphase von zwei Jahren am 3. Mai Chefkontrolleur von Linde werden. Das könnte unter Umständen für Konfliktpotenzial bei Linde sorgen, vermuten Kritiker.

Seit dem Weggang von Reitzle hat sich das weltwirtschaftliche Umfeld für den unter Reitzle erfolgsverwöhnten Konzern merklich abgekühlt. Zuletzt musste Büchele im Dezember die mittelfristigen Ziele zurücknehmen, was für herbe Enttäuschung bei den Aktionären sorgte. Die Jahresprognosen wurden gerade noch am unteren Rand der Bandbreite erreicht. Auch 2016 ist die Wachstumsdynamik bei Linde, wie die Prognose zeigt, begrenzt.

Für Büchele und Reitzle bleibt also eine Menge zu tun, und eine gute Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat dürfte für ein erfolgreiches Agieren eine unabdingbare Voraussetzung sein. Das weiß auch Büchele, der auf der Bilanzpressekonferenz nicht müde wurde das gute Einvernehmen mit Reitzle hervorzuheben.

"Herr Reitzle und ich haben uns in der letzten Zeit mehrfach getroffen, ich glaube wir sind völlig inline, wo wir hin wollen, was wir tun wollen", sagte er. "Wir sind auch völlig einig darin, dass sich ein Unternehmen weiter entwickeln muss, insbesondere im Kontext dieser volatilen makroökonomischen Entwicklung", ergänzte er. "Ich habe da weder Befürchtungen noch Sorgen".

Büchele geht fest davon aus, auch in Zukunft mit Reitzle "äußerst konstruktiv", wie er sagte, zusammenzuarbeiten. Ziel sei, Linde auf dem erfolgreichen Pfad weiterzuentwickeln. Keinen Zweifel ließ Büchele aber auch daran, dass er bei Linde keine Krise sehe. "Wir werden mit dem Aufsichtsrat über die Weiterentwickung des Unternehmens diskutieren, aber nicht über ein Krisenmanagement", sagte er. Linde werde auch 2016 profitabel wachsen. Mit der bestehenden Organisation sei Linde auch mit Blick auf das veränderte Marktumfeld für die kommenden Jahre gut aufgestellt.

Das Unternehmen müsse aber immer wieder überprüfen, welchen veränderten Anforderungen es sich stellen müsse. Das sei nötig, weil sich auch die Kunden änderten, räumte er ein. Mit Reitzle wird er auch künftig einen kompetenten Ratgeber an seiner Seite haben.