Deutlich rückläufige Umsätze im Großanlagenbau zwingen den Gase- und Anlagenbaukonzern Linde

Deutlich rückläufige Umsätze im Großanlagenbau zwingen den Gase- und Anlagenbaukonzern Linde jetzt zu einer Prognose-Korrektur. - Bild: Linde

Deutlich rückläufige Umsätze im Großanlagenbau zwingen den Gase- und Anlagenbaukonzern Linde jetzt zu einer Prognose-Korrektur.

Der DAX-Konzern rechnet jetzt nicht mehr damit, im Gesamtjahr das ausgegebene Ziel einen Konzernumsatzes von 18,2 bis 19 Milliarden Euro noch zu erreichen. Angepeilt werden jetzt 17,9 bis 18,5 Milliarden Euro. Die Jahresprognose für das operative Konzernergebnis, die eine Verbesserung auf 4,1 bis 4,3 Milliarden Euro vorsieht, hat Linde aber bestätigt.

Der Engineeringsparte machen weiter der niedrige Ölpreis, Überkapazitäten und als Folge davon die Investitionszurückhaltung seiner Kunden zu schaffen. Die Neuaufträge sind in diesem Jahr eingebrochen. Umsatz, Auftragseingang und operatives Ergebnis fielen im Halbjahr deutlich zurück. Die Erlöse gaben um 4,7 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro nach. Der Auftragseingang lag per Ende Juni bei 724 (Vorjahr 1,06 Milliarden) Millionen Euro. Das operative Ergebnis der Sparte ist auf 114 Millionen Euro zurückgefallen, nach 141 Millionen Euro im ersten Halbjahr des Vorjahres. Die operative Marge der Sparte lag bei 8,4 Prozent und damit noch über der für das Gesamtjahr angepeilten Zielmarge von rund 8 Prozent. Auch für die zweite Jahreshälfte geht Linde von einer Nachfrageschwäche aus. Nachhaltige Wachstumsimpulse seien nicht absehbar, hieß es.

Industriegasesparte legt leicht zu

Besser lief es in der deutlich größeren Industriegasesparte, die vor allem vom schwachen Euro profitieren konnte. Die Erlöse kletterten trotz einem nach wie vor verhaltenen konjunkturellen Umfelds im Halbjahr um 10,7 Prozent auf knapp 7,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis verbesserte sich um gut 12 Prozent auf 2,09 Milliarden Euro.

Für den Konzern weist Linde im Halbjahr einen Anstieg der Erlöse um 10 Prozent auf 9,04 Milliarden Euro aus. Das operative Ergebnis (EBITDA) legte um 11 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich verdienten die Münchner mit 579 Millionen Euro 7,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Belastet wird der Konzern von höheren Abschreibungen und Restrukturierungsaufwendungen. Mit den Zahlen lag der Konzern außer beim Nettogewinn im Rahmen der Analystenerwartungen.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke