Linde, Praxair, Fusion

Doch Fusion mit US-Wettbewerber? Praxair macht neuen Vorschlag für Zusammenschluss mit Linde. - Bild: Linde

Praxair bestätigte dies und teilte weiter mit, es sei nicht sicher, dass es zu einer Transaktion komme. Zu Details äußerte sich keines der beiden Unternehmen.

Der Linde-Vorstand will den Vorschlag für einen potentiellen Zusammenschluss unter Gleichen prüfen, wie der Konzern in seiner kurzen Ad-hoc-Mitteilung schreibt.

Mit dem Vorgang vertrauten Personen zufolge hat Praxair in der vergangenen Woche Kontakt zu Linde aufgenommen. Die Gespräche könnten bald beginnen. Einer der Informanten warnte indes, dass sich Linde möglicherweise nicht auf neue Verhandlungen einlassen werde und sieht somit bei weitem keine Garantie für einen Deal.

Ein Zusammenschluss des Münchener Konzerns mit Praxair brächte einen Branchenprimus mit einer Bewertung von mehr als 60 Milliarden US-Dollar hervor. Angesichts der Größe dürfte die geplante Fusion auf Widerstand bei den Kartellwächtern stoßen.

Die Aktie von Praxair stieg in Reaktion auf die Nachricht am Dienstag um 5 Prozent, womit sich für das Unternehmen ein Marktwert von etwa 35 Milliarden Dollar ergibt. Die Linde-Aktie versteuert sich vorbörslich um 6 Prozent und kommt auf einen Marktwert von gut 30 Milliarden Dollar.

Die ersten Fusionsverhandlungen waren im September gescheitert. Dies hatte bei dem Münchener Gase- und Anlagenbaukonzern Wellen geschlagen. Vorstandschef Wolfgang Büchele kündigte seinen Abschied an, Finanzchef Georg Denoke nahm sofort seinen Hut. Damals gab es zwar keine Zweifel am strategischen Sinn einer Fusion. Die Gespräche seien jedoch beendet worden, weil es bei der Erörterung von Detailfragen, insbesondere der Governance, zu keiner Einigung gekommen sei, erklärte Linde seinerzeit.

Aus Unternehmenskreisen hieß es damals, dass es vor allem Unstimmigkeiten über den Sitz der Konzernzentrale, sowie die Verteilung von Positionen und Personal gegeben habe. So sollen die Amerikaner darauf bestanden haben, dass der Konzern zentral von den USA aus geleitet wird. Dort sollten zudem auch wichtige Funktionen angesiedelt sein. Die Vorstellung von Linde sei dagegen eine Fusion auf Augenhöhe gewesen mit zwei Konzernzentralen, in denen in etwa hierarchisch und personell eine gleiche Ausstattung herrschen sollte, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person damals.

Auch nach dem Abbruch der Gespräche bezeichnete Linde den geplanten Zusammenschluss weiterhin als strategisch sinnvoll. Fusioniert hätten die beiden Unternehmen mehr als 1 Milliarde Dollar jährlich an Kosten sparen können, einschließlich weiterer Synergien, hatte ein informierte Person gesagt.