Im Kartellverfahren um die Absprachen im europäischen Lastwagenmarkt darf der deutsche

Im Kartellverfahren um die Absprachen im europäischen Lastwagenmarkt darf der deutsche Nutzfahrzeughersteller MAN auf Straffreiheit hoffen. - Bild: MAN

Im Kartellverfahren um die Absprachen im europäischen Lastwagenmarkt darf der deutsche Nutzfahrzeughersteller MAN einem Zeitungsbericht zufolge auf Straffreiheit hoffen.

Wie das “Handelsblatt” schreibt, ist die VW-Tochter der Kronzeuge, der das bislang größte EU-Kartellverfahren 2011 in Gang gesetzt hat.

Neben MAN haben laut der Zeitung auch Daimler und der schwedische Hersteller Volvo mit den Brüsseler Ermittlern kooperiert und dürfen damit auf Straferlass hoffen.

Ein MAN-Sprecher wollte die Informationen auf Anfrage von Dow Jones Newswires mit dem Hinweis auf ein laufendes Verfahren nicht kommentieren.

Iveco aus Italien, DAF aus den Niederlanden sowie die schwedische VW-Tochter und MAN-Konzernschwester Scania müssen hingegen mit hohen Strafzahlungen rechnen. Das Handelsblatt beziffert die Strafzahlungen für die gesamte Branche auf vier Milliarden Euro.

Sytematische Preisabsprachen in Europa

Die EU-Wettbewerbsbehörde hat im November 2014 die Branche in einem Brief über den Stand der Ermittlungen informiert. Die Unternehmen können sich noch bis Ende April zu den Vorwürfen äußern. Die Ermittler werfen der Branche vor, von 1999 bis 2011 systematisch Lieferbedingungen und damit Preise in Europa abgesprochen zu haben. Die Strafen könnten noch in diesem Jahr verhängt werden.

Mehrere Lkw-Hersteller haben bereits Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Kartellverfahren gebildet. Bei Daimler beliefen sich die Rückstellungen 2014 auf 600 Millionen Euro. Eine Sprecherin des Unternehmens sagte auf Anfrage von Dow Jones, dass es in der Angelegenheit derzeit keinen neuen Stand gebe. Volvo stellte im vierten Quartal knapp 400 Millionen Euro zurück. MAN hat in diesem Zusammenhang keine Rückstellungen gebildet.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke