LPKF-Chef Ingo Bretthauer: "Natürlich können wir mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein." -

LPKF-Chef Ingo Bretthauer: "Natürlich können wir mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein." - Bild: LPKF

Der Laserspezialist LPKF hat seine im Oktober gesenkte Ergebnisprognose im vergangenen Jahr nur knapp erreicht. Im laufenden Jahr soll es im gedrosselten Tempo wieder aufwärts gehen.

Geringere Auftragseingänge im Segment Electronics Production Equipment und die Verzögerung eines großen Projekts ließen den Umsatz im vergangenen Jahr um 8 Prozent auf 120 Millionen Euro fallen. Operativ fiel der Gewinn fast um die Hälfte auf 13 Millionen Euro, davon blieben unter dem Strich 8,5 Millionen Euro. Und das spüren auch die Aktionäre: Die Dividende wird von 25 Cent auf 12 Cent mehr als halbiert.

Im Vorjahr hatte LPKF nach Steuern und Dritten noch 15,1 Millionen Euro verdient. Das vierte Quartal fiel dabei überdurchschnittlich gut aus. Während die EBIT-Marge im Gesamtjahr nur noch 11 Prozent erreichte, waren es im Schlussquartal 13 Prozent.

Ergebnis nicht zufriedenstellend

“Natürlich können wir mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein”, sagt LPKF-Chef Ingo Bretthauer. “Wir hatten uns für 2014 viel mehr vorgenommen, aber der schwache Auftragseingang in zwei von sechs Produktbereichen hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.”

Ausschlaggebend für den Umsatzrückgang waren vor allem wirtschaftliche Schwierigkeiten koreanischer Endkunden sowie fehlende Großaufträge für Systeme zum Schneiden von Leiterplatten.

Im Segment Other Production Equipment stieg der Umsatz um 31 Prozent und das Ergebnis um die Hälfte. Hier konnte ein überragend starkes Solargeschäft die schwächere Entwicklung im Bereich Welding Equipment mehr als ausgleichen.

Insgesamt konnte der Rückgang im Geschäft mit Systemen zur Laser-Direkt-Strukturierung (LDS) aber nicht ausgeglichen werden. So mussten die Garbsener 2014 erstmals seit 11 Jahren einen Umsatzrückgang hinnehmen.

neue Wachstumsimpulse ab 2016?

2015 will LPKF drei neue Laserverfahren vorstellen, die ab 2016 neue Wachstumsimpulse liefern sollen. Dazu gehört ein Beschichtungsverfahren, mit dem dickere Metallschichten auf Kunststoffträgern realisiert werden können, ein digitales Laserdruckverfahren für funktionale Pasten sowie ein Laserverfahren zum ultrafeinen Glasbohren für die Chipindustrie. Aber auch das LDS-Geschäft soll weiter wachsen. LPKF arbeitet intensiv daran, die Kosten des gesamten Prozesses zu reduzieren, um das Verfahren für die Kunden attraktiver zu machen.

Im laufenden Jahr soll es bei LPKF mit gedrosseltem Tempo wieder aufwärts gehen. Der Umsatz soll wieder steigen – auf 128 bis 136 Millionen Euro – und die EBIT-Marge 12 bis 15 Prozent erreichen. Aufgrund der aktuellen Auftrags- und Projektsituation wird diese Planung als ambitioniert eingeschätzt. “Wir sehen in 2015 ein Übergangsjahr, das durchaus eine Herausforderung darstellt”, sagt Bretthauer.

In den folgenden Jahren wollen die Niedersachsen auf den gewohnten Wachstumskurs zurückkehren, die Einnahmen durchschnittlich um mindestens 10 Prozent steigern und EBIT-Margen zwischen 15 und 17 Prozent schaffen.

Analyst warnt vor schwierigem Start ins Jahr

Branchenbeobachter zeigen sich jedoch skeptisch, was die weitere Entwicklung bei LPKF angeht. Schwierig sei eine Einschätzung des Ausblicks von LPKF, sagt ein Industrieanalyst und ergänzt: “Es hat den Anschein, als ob das Unternehmen der eigenen Prognose nicht recht traut”. Das obere Ende der für 2015 in Aussicht gestellten operativen Gewinnspanne von 128 bis 136 Millionen Euro liege zwar leicht über der bisher genannten Spanne von 128 bis 132 Millionen Euro.

Allerdings schränke das Unternehmen dieses Ziel im Geschäftsbericht 2014 nur einen Satz später mit der Bemerkung gleich wieder ein, dass “aufgrund der aktuellen Auftrags- und Projektsituation diese Planung als ambitioniert eingeschätzt” werde. “Das klingt nicht gerade nach einem guten Start ins neue Jahr”, warnt der Analyst.

Dow Jones Newswires/Karoline Kopp